Zolltarifnummer suchen (Österreich)
Finden Sie die Zolltarifnummer, den Zollsatz und die Einfuhrumsatzsteuer für jedes Produkt beim Import nach Österreich.
Geben Sie einen Produktnamen in einfacher Sprache oder einen 2- bis 10-stelligen Code ein.
Nach Kapitel durchsuchen
Live animals; animal products
Vegetable products
Animal or vegetable fats and oils
Prepared foodstuffs; beverages, spirits, tobacco
Mineral products
Products of the chemical or allied industries
Plastics and rubber
Raw hides, skins, leather and furskins
Wood, cork, straw and basketware
Pulp, paper and printed products
Textiles and textile articles
Footwear, headgear, umbrellas
Articles of stone, ceramic and glass
Pearls, precious stones and metals; jewellery
Base metals and articles thereof
Machinery and electrical equipment
Vehicles, aircraft and vessels
Optical, medical, measuring instruments; clocks
Arms and ammunition
Miscellaneous manufactured articles
Works of art, collectors’ pieces and antiques
Wie das System der Zolltarifnummern in Österreich funktioniert
Jede Ware, die eine Grenze überschreitet, erhält eine Nummer, mit der sie eindeutig eingereiht wird. Diese Nummer baut stufenweise auf und wird mit jeder Ebene länger und genauer. Die ersten sechs Stellen bilden den weltweit einheitlichen HS-Code (HS6) der Weltzollorganisation und sind in nahezu allen Ländern identisch.
- HS6 (weltweit): sechsstelliger, international gültiger Code.
- KN / Kombinierte Nomenklatur (8-stellig): die EU ergänzt zwei weitere Stellen für tarifäre und statistische Zwecke. Diese 8-stellige Warennummer wird für die Ausfuhr verwendet.
- TARIC (10-stellig): die EU fügt zwei weitere Stellen für unionsrechtliche Maßnahmen hinzu, etwa Zollsätze, Antidumpingzölle, Zollkontingente oder Einfuhrverbote.
- Codenummer (11-stellig): für die Einfuhr nach Österreich kommt eine elfte Stelle für nationale Maßnahmen wie die Einfuhrumsatzsteuer hinzu.
Österreich verwendet als EU-Mitgliedstaat unmittelbar den EU-Zolltarif (TARIC); es gibt kein eigenes österreichisches Tarifierungstool. Maßgeblich sind die Informationen des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) beziehungsweise des österreichischen Zolls sowie die Beratungsangebote der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).
So finden Sie Ihre Zolltarifnummer – Schritt für Schritt
Es gibt zwei bewährte Wege zur richtigen Nummer: die direkte Suche nach dem Produkt oder das systematische Durchblättern der Nomenklatur.
- Suche nach Produkt: Geben Sie den Warennamen oder eine plausible Beschreibung ein (etwa „Laptop", „Baumwoll-T-Shirt" oder „Sneaker") und prüfen Sie die vorgeschlagenen Einreihungen.
- Systematisch über die Struktur: Wählen Sie zunächst das passende Kapitel (2-stellig), grenzen Sie dann auf die Position (4-stellig) ein und bestimmen Sie schließlich die Unterposition (6-stellig HS) sowie die weiteren EU-Stellen.
Sind Sie sich bei der Einreihung unsicher oder geht es um größere Warenmengen, können Sie eine verbindliche Zolltarifauskunft (VZTA) beantragen. Diese wird in Österreich über die zuständige Zentralstelle des Zolls erteilt, gilt EU-weit und bindet die Zollbehörden in der Regel drei Jahre lang. Damit haben Sie Rechtssicherheit über die anzuwendende Codenummer.
Welche Abgaben bei der Einfuhr anfallen
Bei der Einfuhr aus einem Drittland werden in Österreich grundsätzlich zwei Abgaben erhoben: der Zoll und die Einfuhrumsatzsteuer.
- Drittlandszollsatz (%): der prozentuale Zollsatz ergibt sich aus dem TARIC und wird auf den Zollwert der Ware angewendet.
- Einfuhrumsatzsteuer (EUSt): der Regelsatz beträgt in Österreich 20 %; ermäßigte Sätze von 13 % und 10 % gelten für bestimmte Warengruppen.
Die Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer ist nicht der reine Warenwert, sondern setzt sich zusammen aus dem Zollwert zuzüglich des Zolls und der Fracht- beziehungsweise Versandkosten bis zur EU-Außengrenze. Erst auf diese Summe wird der EUSt-Satz angewendet.
Kapitelübersicht und Beispiele
Die Nomenklatur ist in 21 Abschnitte und 97 Kapitel gegliedert. Die ersten beiden Stellen verraten bereits die Warengruppe – etwa Kapitel 84/85 für Maschinen und Elektronik, Kapitel 61/62 für Bekleidung oder Kapitel 87 für Fahrzeuge.
- 8471 – Laptops und Datenverarbeitungsgeräte: Drittlandszollsatz 0 %.
- 8517 – Smartphones und Mobiltelefone: Drittlandszollsatz 0 %.
- 6109 – T-Shirts aus Baumwolle: Drittlandszollsatz 12 %.
- 6404 – Sneaker / Schuhe mit Textiloberteil: Drittlandszollsatz 16,9 %.
- 8703 – Personenkraftwagen (Pkw): Drittlandszollsatz 10 %.
Die genannten Sätze sind Drittlandszollsätze und gelten EU-weit; die maßgebliche Einreihung hängt stets von den konkreten Eigenschaften der Ware ab.
Was in Österreich anders ist
Da Österreich Teil der EU-Zollunion ist, gelten dieselben Zolltarifnummern und Drittlandszollsätze wie in Deutschland oder jedem anderen Mitgliedstaat. Der Zoll selbst unterscheidet sich also nicht.
- Einfuhrumsatzsteuer: der wesentliche Unterschied liegt bei der EUSt. Österreich hat einen Regelsatz von 20 % und ermäßigte Sätze von 13 % und 10 %, während Deutschland mit 19 % und 7 % arbeitet.
- Kein eigenes nationales Tarif-Tool: Österreich betreibt kein eigenes Tarifierungssystem, sondern stützt sich vollständig auf den EU-Zolltarif (TARIC).
- Antidumpingzölle: zusätzlich zum Regelzollsatz können bei bestimmten Waren und Ursprungsländern Antidumping- oder Ausgleichszölle anfallen – diese sind im TARIC hinterlegt.
- Häufige Fehleinreihungen: typische Fehlerquellen sind verwechselte Materialzusammensetzungen (etwa Baumwolle gegenüber Kunstfaser), die Abgrenzung von Sets gegenüber Einzelwaren oder eine unzutreffende Funktionseinreihung. Im Zweifel schafft eine VZTA Klarheit.
