Einkommensteuerrechner Österreich 2026
Berechnen Sie Ihre österreichische Einkommensteuer 2026 in Sekunden — progressiver Tarif, Absetzbeträge und Nettoeinkommen.
Aktualisiert für das Steuerjahr 2026 · Offizielle Quelle: bmf.gv.at
Wie die Einkommensteuer in Österreich funktioniert
Die österreichische Einkommensteuer ist progressiv: Je höher Ihr Einkommen, desto höher der Steuersatz auf jeden zusätzlichen Euro. Der Tarif reicht von 0 % bis 55 % und ist in § 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Besteuert wird nicht Ihr Bruttobezug, sondern das steuerpflichtige Einkommen — also das Einkommen nach Abzug von Werbungskosten und Sonderausgaben.
Entscheidend ist das Stufentarif-Prinzip: Ein höherer Steuersatz gilt immer nur für den Einkommensteil innerhalb der jeweiligen Tarifstufe — niemals für das gesamte Einkommen. Wer also knapp in eine höhere Stufe rutscht, zahlt nicht plötzlich auf alles mehr Steuer, sondern nur auf den Teil oberhalb der Grenze.
Ein wichtiger Unterschied zur Lohnsteuer: Die monatlich vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer ist nur eine Vorauszahlung. Die endgültige Einkommensteuer wird über die Arbeitnehmerveranlagung festgesetzt — häufig ergibt sich dabei eine Gutschrift.
Schritt für Schritt: So berechnen Sie Ihre Einkommensteuer
- Jahreseinkommen bestimmen: Erfassen Sie Ihr steuerpflichtiges Jahresbrutto. Die begünstigt besteuerten sonstigen Bezüge (13. und 14. Gehalt) bleiben dabei außen vor.
- Werbungskosten abziehen: Mindestens das Werbungskostenpauschale von 132 € — bei höheren beruflichen Ausgaben (Fortbildung, Arbeitsmittel, Fahrtkosten) die tatsächlichen Werbungskosten.
- Sonderausgaben abziehen: Etwa bestimmte Versicherungen, Spenden oder Kirchenbeiträge. Das Ergebnis ist Ihr steuerpflichtiges Einkommen.
- Tarif stufenweise anwenden: Der progressive Tarif 2026 wird Stufe für Stufe auf das steuerpflichtige Einkommen angewendet.
- Absetzbeträge abziehen: Verkehrsabsetzbetrag, Familienbonus Plus und weitere Absetzbeträge werden direkt von der Steuer abgezogen.
- Einkommensteuer ablesen: Übrig bleibt die festgesetzte Einkommensteuer sowie das Einkommen nach Steuer.
Steuertarif 2026 — alle Tarifstufen im Überblick
Für das Steuerjahr 2026 gelten in Österreich die folgenden sieben Tarifstufen. Jeder Satz bezieht sich ausschließlich auf den Einkommensteil innerhalb der Stufe:
- 0 %: für Einkommen bis 13.308 € — steuerfreies Existenzminimum.
- 20 %: für den Einkommensteil von 13.308 € bis 21.617 €.
- 30 %: für den Einkommensteil von 21.617 € bis 35.836 €.
- 40 %: für den Einkommensteil von 35.836 € bis 69.166 €.
- 48 %: für den Einkommensteil von 69.166 € bis 103.072 €.
- 50 %: für den Einkommensteil von 103.072 € bis 1.000.000 €.
- 55 %: für Einkommensteile über 1.000.000 € (befristeter Spitzensteuersatz).
Quelle: Bundesministerium für Finanzen (BMF), § 33 EStG — bmf.gv.at. Seit der Abschaffung der kalten Progression werden die Tarifgrenzen (mit Ausnahme der obersten 55-%-Stufe) jährlich automatisch an die Inflation angepasst. Dadurch führen reine Inflationslohnerhöhungen nicht mehr automatisch zu einer höheren Durchschnittsbelastung.
Absetzbeträge, 13./14. Gehalt und Werbungskosten
Neben dem Tarif bestimmen vor allem Absetzbeträge die tatsächliche Steuerlast. Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Freibetrag mindert das steuerpflichtige Einkommen, ein Absetzbetrag mindert die berechnete Steuer direkt — Letzterer wirkt also stärker.
Verkehrsabsetzbetrag
Der Verkehrsabsetzbetrag steht allen aktiv Beschäftigten mit Lohnsteuerabzug zu und wird automatisch berücksichtigt. Er deckt pauschal die Kosten für den Weg zur Arbeit ab. Bei niedrigen Einkommen erhöht sich der Betrag (Zuschlag), und ein Teil kann bei sehr geringer Steuer als Negativsteuer (SV-Rückerstattung) ausbezahlt werden.
Familienbonus Plus
Der Familienbonus Plus ist ein Absetzbetrag für Kinder, für die Familienbeihilfe bezogen wird: bis zu 2.000 € pro Kind und Jahr bis zum 18. Geburtstag und rund 700 € jährlich danach. Er kann zwischen den Eltern aufgeteilt werden und wird direkt von der Einkommensteuer abgezogen — ein zentraler Hebel zur Senkung der Steuerlast für Familien.
13. und 14. Gehalt (sonstige Bezüge)
Eine österreichische Besonderheit ist die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Gehalts (Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Diese „sonstigen Bezüge" werden — innerhalb des sogenannten Jahressechstels und nach einem Freibetrag von 620 € — mit einem festen Satz von nur 6 % besteuert (höhere Beträge mit gestaffelten Sätzen). Dieser Vorteil führt dazu, dass das Netto in Österreich bei sonst gleichen Werten oft höher ausfällt als in Deutschland.
Werbungskosten
Werbungskosten sind beruflich veranlasste Ausgaben — etwa Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fortbildung, doppelte Haushaltsführung oder das Pendlerpauschale. Ohne Nachweis wird automatisch das Werbungskostenpauschale von 132 € angesetzt. Wer höhere Ausgaben hat, kann diese über die Arbeitnehmerveranlagung geltend machen und so sein steuerpflichtiges Einkommen senken.
Durchschnittssteuersatz vs. Grenzsteuersatz
Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, sind aber für Gehaltsentscheidungen entscheidend:
- Durchschnittssteuersatz: die gesamte Einkommensteuer geteilt durch das gesamte Einkommen. Er gibt die tatsächliche prozentuale Belastung an und liegt durch die 0-%-Zone deutlich unter dem höchsten erreichten Tarifsatz.
- Grenzsteuersatz: der Steuersatz, der auf den nächsten verdienten Euro entfällt — also der Satz der höchsten von Ihnen erreichten Tarifstufe. Er ist relevant für Überstunden, Boni und Gehaltserhöhungen.
Beispiel: Wer 40.000 € steuerpflichtiges Einkommen hat, erreicht die 40-%-Stufe (Grenzsteuersatz 40 %). Da aber die ersten 13.308 € steuerfrei sind und die darüberliegenden Teile mit 20 % und 30 % besteuert werden, liegt der Durchschnittssteuersatz deutlich niedriger — bei rund 20 %. Eine Gehaltserhöhung wird in diesem Fall mit dem Grenzsteuersatz von 40 % besteuert.
Besonderheiten: Veranlagung, Fristen und Vergleich zu Deutschland
Arbeitnehmerveranlagung
Über die Arbeitnehmerveranlagung holen sich viele Steuerpflichtige zu viel bezahlte Lohnsteuer zurück — etwa durch Werbungskosten, Sonderausgaben, den Familienbonus Plus oder schwankende Bezüge über das Jahr. Sie ist freiwillig bis zu fünf Jahre rückwirkend möglich. In vielen Fällen führt das Finanzamt eine antragslose (automatische) Veranlagung durch und überweist die Gutschrift von selbst.
Abgabefristen 2026
Besteht eine Pflichtveranlagung (z. B. bei mehreren gleichzeitigen Bezügen), gelten Abgabefristen: in Papierform bis 30. April, über FinanzOnline bis 30. Juni des Folgejahres. Mit steuerlicher Vertretung (Steuerberatung) verlängern sich diese Fristen erheblich. Die freiwillige Veranlagung kennt dagegen keine starre Jahresfrist.
Unterschied zu Deutschland
Beide Länder besteuern progressiv, setzen das System aber unterschiedlich um:
- Tarifaufbau: Österreich nutzt feste Tarifstufen (0/20/30/40/48/50/55 %), Deutschland einen linear ansteigenden Tarif (14 % bis 45 %).
- 13./14. Gehalt: In Österreich mit 6 % begünstigt — in Deutschland voll zum Normaltarif besteuert. Das ist der wohl spürbarste Unterschied beim Nettobezug.
- Inflationsanpassung: Österreich passt die Tarifgrenzen seit der Abschaffung der kalten Progression jährlich automatisch an; in Deutschland geschieht dies nur durch gesetzliche Einzelmaßnahmen.
Hinweis: Dieser Rechner liefert eine zuverlässige Orientierung für die reine Einkommensteuer nach § 33 EStG. Für verbindliche Werte nutzen Sie die amtlichen Angaben des BMF (bmf.gv.at) bzw. Ihre Arbeitnehmerveranlagung in FinanzOnline.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie berechne ich meine Einkommensteuer in Österreich 2026?
Ziehen Sie zuerst Werbungskosten (mindestens 132 € Pauschale) und Sonderausgaben vom Jahresbrutto ab — das ergibt das steuerpflichtige Einkommen. Darauf wenden Sie den progressiven Tarif stufenweise an: bis 13.308 € bleiben steuerfrei, darüber gelten 20 %, 30 %, 40 %, 48 %, 50 % und 55 %. Von der so berechneten Steuer ziehen Sie schließlich Absetzbeträge wie den Verkehrsabsetzbetrag und den Familienbonus Plus ab.
Wie hoch ist der Steuertarif 2026 in Österreich?
Der Steuertarif 2026 hat sieben Stufen: 0 % bis 13.308 €, 20 % von 13.308 € bis 21.617 €, 30 % bis 35.836 €, 40 % bis 69.166 €, 48 % bis 103.072 €, 50 % bis 1.000.000 € und 55 % für Einkommensteile darüber. Der Spitzensteuersatz von 55 % ist befristet. Die Grenzbeträge werden jährlich an die Inflation angepasst (Abschaffung der kalten Progression).
Ab welchem Einkommen zahle ich in Österreich Einkommensteuer?
Bis zu einem steuerpflichtigen Einkommen von 13.308 € fällt 2026 keine Einkommensteuer an (0-%-Zone). Erst der Einkommensteil darüber wird mit 20 % besteuert. Bei nichtselbständiger Arbeit liegt die effektive Steuerfreigrenze durch zusätzliche Absetzbeträge sogar noch etwas höher.
Was ist der Familienbonus Plus und wie wirkt er sich aus?
Der Familienbonus Plus ist ein Absetzbetrag für Kinder, für die Familienbeihilfe bezogen wird. Er beträgt bis zu 2.000 € pro Kind und Jahr bis zum 18. Geburtstag und danach rund 700 € pro Jahr. Da es sich um einen Absetzbetrag handelt, wird er direkt von der Steuer abgezogen und reduziert die Steuerlast unmittelbar — nicht nur das steuerpflichtige Einkommen.
Wie werden das 13. und 14. Gehalt in Österreich besteuert?
Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählen zu den „sonstigen Bezügen". Nach einem jährlichen Freibetrag von 620 € werden sie innerhalb des Jahressechstels begünstigt mit einem festen Satz von 6 % besteuert (höhere Beträge mit gestaffelten Sätzen). Diese begünstigte Besteuerung ist ein wesentlicher Vorteil des österreichischen Systems gegenüber Deutschland, wo das 13. Gehalt voll zum Normaltarif versteuert wird.
Was ist der Unterschied zwischen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz?
Der Durchschnittssteuersatz gibt an, wie viel Prozent Ihres gesamten Einkommens als Steuer abgehen. Der Grenzsteuersatz zeigt, wie viel Steuer auf den nächsten zusätzlich verdienten Euro entfällt — also auf Überstunden, Boni oder eine Gehaltserhöhung. Wegen der Progression liegt der Grenzsteuersatz immer über dem Durchschnittssteuersatz.
Was ist die Arbeitnehmerveranlagung?
Die Arbeitnehmerveranlagung (umgangssprachlich „Steuerausgleich") ist die Steuererklärung für Arbeitnehmer. Über sie können Sie zu viel bezahlte Lohnsteuer zurückholen, etwa durch Werbungskosten, Sonderausgaben oder noch nicht berücksichtigte Absetzbeträge. Sie kann bis zu fünf Jahre rückwirkend eingereicht werden; in vielen Fällen führt das Finanzamt eine antragslose Veranlagung automatisch durch.
Bis wann muss ich die Steuererklärung 2026 abgeben?
Eine freiwillige Arbeitnehmerveranlagung kann bis zu fünf Jahre rückwirkend gestellt werden. Besteht eine Pflicht zur Abgabe (Pflichtveranlagung), ist die Erklärung in Papierform bis 30. April und über FinanzOnline bis 30. Juni des Folgejahres einzureichen. Mit steuerlicher Vertretung verlängert sich die Frist deutlich.
Was ist der Unterschied zur Einkommensteuer in Deutschland?
Österreich hat eine 0-%-Zone bis 13.308 € und feste Tarifstufen mit Sätzen von 20 % bis 55 %, während Deutschland einen Grundfreibetrag mit anschließend linear ansteigenden Sätzen (14 % bis 45 %) nutzt. Der größte praktische Unterschied: In Österreich werden das 13. und 14. Gehalt begünstigt mit 6 % besteuert — in Deutschland gibt es diese Begünstigung nicht.
Berücksichtigt dieser Rechner die Sozialversicherung?
Nein, dieser Rechner berechnet ausschließlich die Einkommensteuer nach § 33 EStG. Die Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung) werden separat vom Bruttobezug abgezogen und sind hier nicht enthalten. Für die reine Steuerbelastung ist der Rechner jedoch eine zuverlässige Orientierung.
