Umsatzprognose-Rechner
Prognostizieren Sie Ihren zukünftigen Umsatz kostenlos – sechs Methoden, Saisonalität, Best-/Worst-Case-Szenarien und CSV-Export. Ohne Anmeldung.
Umsatzprognose erstellen: Methoden, Rechenweg und realistische Werte für Österreich
Die Umsatzprognose ist die Schätzung, wie viel Umsatz Ihr Unternehmen in den kommenden 6, 12 oder 24 Monaten erzielen wird. Sie ist das Herzstück jedes Businessplans – Banken und Förderstellen (aws, WKO-Gründerservice) verlangen sie bei praktisch jedem Antrag – und im Alltag entscheidet sie, wann Personal, Lager oder neue Geräte leistbar sind.
Dieser kostenlose Rechner geht über die übliche Excel-Vorlage hinaus: Er passt sechs Prognosemethoden an Ihre tatsächlichen Monatsumsätze an, modelliert Saisonalität (inklusive Tourismus), zeichnet Best- und Worst-Case-Bänder und exportiert alles als CSV. Unten finden Sie jede Methode verständlich erklärt, ein durchgerechnetes Beispiel in Euro und die österreichischen Besonderheiten, die generische Tools ignorieren.
Was zählt zum Umsatz – und was nicht
Umsatz (Umsatzerlöse) ist der Gesamtwert der verkauften Leistungen eines Zeitraums vor Abzug jeglicher Kosten – nicht der Gewinn. Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen planen netto: Die 20 % USt (bzw. 10 %/13 % ermäßigt) gehören dem Finanzamt, eine Rechnung über 1.200 € brutto trägt also 1.000 € zum Umsatz bei. Wer Bruttowerte in die Historie einträgt, überschätzt jede Prognose um ein Fünftel.
Tragen Sie dieselbe Monatsreihe ein, die Ihre Buchhaltung ausweist. Zwölf Monate Historie sind ideal: genug für die Trendmethoden und ein vollständiger Saisonzyklus.
Die sechs Prognosemethoden, verständlich erklärt
- Lineares Wachstum – wendet eine feste monatliche Wachstumsrate auf den letzten Monat an. Ideal bei stabilem Wachstum oder klaren Zielen.
- Gleitender Durchschnitt – mittelt die letzten Monate und schreibt den Wert fort. Ideal für stabile Betriebe mit schwankenden Zahlen.
- Lineare Regression – legt mathematisch eine Trendlinie durch die gesamte Historie (dieselbe Rechnung wie Excels SCHÄTZER-/PROGNOSE-Funktion) und verlängert sie. Ideal ab 6 Monaten konsistentem Trend.
- Exponentielle Glättung – gewichtet junge Monate stärker und reagiert schneller auf Tempowechsel.
- Saisonale Prognose – multipliziert den Wachstumspfad mit Monatsindizes (Einzelhandel mit Q4-Spitze, Tourismus mit Sommer-/Wintersaison). Ideal, wenn der Dezember nichts mit dem Februar gemein hat.
- Run-Rate – schreibt den Monatsdurchschnitt konstant fort. Bewusst konservativ; gut als Untergrenze und zum Hochrechnen eines Rumpfjahres.
Top-down vs. Bottom-up
Alle sechs Methoden sind Bottom-up – sie bauen auf Ihren eigenen Zahlen auf. Top-down startet beim Gesamtmarkt („Österreichs Gastronomie setzt Milliarden um; 0,01 % davon…“) und taugt nur als Plausibilitätscheck, weil die Marktanteilsannahme reine Behauptung ist. Gründer ohne Historie schätzen den ersten Monat über die Kapazität (Sitzplätze × Durchschnittsbon, verrechenbare Stunden × Stundensatz) und wachsen linear – Monat für Monat werden Annahmen durch Ist-Werte ersetzt.
Rechenbeispiel: 12-Monats-Prognose in Euro
Angenommen, der letzte Monatsumsatz lag bei 10.000 € netto, die Historie zeigt rund 3 % monatliches Wachstum, prognostiziert wird linear über 12 Monate:
- Monat 1: 10.000 € × 1,03 = 10.300 €
- Monat 2: 10.300 € × 1,03 = 10.609 €
- Monat 12: 10.000 € × 1,03¹² ≈ 14.258 €
- Prognostizierter Jahresumsatz ≈ 146.200 €
- Mit ±15 % Szenario-Spanne landet Monat 12 zwischen rund 12.100 € (Worst Case) und 16.400 € (Best Case) – Kosten am Worst Case ausrichten.
Realistische Wachstumsraten für österreichische KMU
Etablierte Betriebe wachsen typischerweise im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr: Einzelhandel 2–4 %, Dienstleistungen 3–7 %, E-Commerce und SaaS in der Skalierungsphase oft 10–25 %+. Der Zinseszinseffekt täuscht: 3 % pro Monat sind über 40 % pro Jahr – eine Start-up-Rate, keine Planungsbasis für einen reifen Betrieb. Wenn der Businessplan nur mit zweistelligem Monatswachstum aufgeht, liegt das Problem in den Annahmen.
Österreich-Spezifika: USt, Kleinunternehmergrenze und Saisonalität
Das Wirtschaftsjahr entspricht meist dem Kalenderjahr. Für die Steuerplanung relevant: Die Kleinunternehmergrenze liegt seit 2025 bei 55.000 € Jahresumsatz – eine Wachstumsprognose zeigt Monate im Voraus, wann Sie die Grenze überschreiten und umsatzsteuerpflichtig werden. Ebenso lässt sich die USt-Vorauszahlung besser budgetieren, wenn die Umsatzkurve realistisch geplant ist.
Kaum ein Land ist saisonaler als Österreich: Wintersaison im Westen, Sommertourismus an den Seen, Weihnachtsgeschäft im Handel und das Augustloch im B2B. Genau dafür gibt es die saisonale Methode mit wählbaren Mustern – vergleichen Sie sie mit der Regressionsgeraden, um Timing-Effekte von echtem Wachstum zu trennen.
