Umsatzprognose-Rechner

Prognostizieren Sie Ihren zukünftigen Umsatz kostenlos – sechs Methoden, Saisonalität, Best-/Worst-Case-Szenarien und CSV-Export. Ohne Anmeldung.

Umsatzprognose erstellen: Methoden, Rechenweg und realistische Werte für Schweizer KMU

Die Umsatzprognose ist die Schätzung, wie viel Umsatz Ihr Unternehmen in den nächsten 6, 12 oder 24 Monaten erzielen wird. Sie ist das Kernstück jedes Businessplans – Banken verlangen sie bei praktisch jedem Kreditgespräch – und im Alltag entscheidet sie, wann Personal, Wareneinkauf oder grössere Räume finanzierbar sind.

Dieser kostenlose Rechner kann mehr als die übliche Excel-Vorlage: Er passt sechs Prognosemethoden an Ihre tatsächlichen Monatsumsätze in Franken an, modelliert Saisonalität, zeichnet Best- und Worst-Case-Bänder und exportiert alles als CSV – mit korrekter Schweizer Formatierung (CHF 1’234.56). Unten: jede Methode verständlich erklärt, ein durchgerechnetes Beispiel in CHF und die Schweizer Besonderheiten, die generische Tools ignorieren.

Was zählt zum Umsatz – und was nicht

Umsatz ist der Gesamtwert der in einem Zeitraum fakturierten Leistungen vor Abzug jeglicher Kosten – nicht der Gewinn. MWST-pflichtige Unternehmen planen netto: Die 8,1 % MWST (bzw. reduzierte Sätze), die Sie vereinnahmen, gehören der Eidgenössischen Steuerverwaltung; eine Rechnung über CHF 1’081 brutto trägt also CHF 1’000 zum Umsatz bei. Wer Bruttowerte einträgt, überschätzt jede Prognose.

Tragen Sie dieselbe Monatsreihe ein, die Ihre Buchhaltung ausweist (bexio, Banana und Abacus exportieren alle Monatsumsätze). Zwölf Monate Historie sind ideal: genug für die Trendmethoden und ein voller Saisonzyklus.

Die sechs Prognosemethoden, verständlich erklärt

  • Lineares Wachstum – wendet eine feste monatliche Wachstumsrate auf den letzten Monat an. Ideal bei stetigem Wachstum oder klarer Zielvorgabe.
  • Gleitender Durchschnitt – mittelt die letzten Monate und schreibt den Wert fort. Ideal für stabile Betriebe mit schwankenden Zahlen.
  • Lineare Regression – legt mathematisch eine Trendlinie durch die gesamte Historie (dieselbe Rechnung wie Excels SCHÄTZER-/PROGNOSE-Funktion) und verlängert sie. Ideal ab 6 Monaten konsistentem Trend.
  • Exponentielle Glättung – gewichtet junge Monate stärker und reagiert schneller auf Tempowechsel.
  • Saisonale Prognose – multipliziert den Wachstumspfad mit Monatsindizes (Weihnachtsgeschäft im Handel, Wintersaison im Tourismus, Sommerloch im B2B). Ideal, wenn der Dezember nichts mit dem Februar gemein hat.
  • Run-Rate – schreibt den Monatsdurchschnitt konstant fort. Bewusst konservativ; gute Untergrenze und Standardweg, ein Rumpfjahr hochzurechnen.

Top-down vs. Bottom-up

Alle sechs Methoden sind Bottom-up – sie bauen auf Ihren eigenen Zahlen auf. Top-down startet beim Gesamtmarkt («Schweizer geben Milliarden aus; 0,01 % davon…») und taugt nur als Plausibilitätscheck, weil der Marktanteil reine Behauptung bleibt. Gründerinnen und Gründer ohne Historie schätzen den ersten Monat über die Kapazität (verrechenbare Stunden × Stundensatz, Plätze × Durchschnittsbon) und wachsen linear – Annahmen werden Monat für Monat durch Ist-Zahlen ersetzt.

Rechenbeispiel: 12-Monats-Prognose in Franken

Angenommen, der letzte Monatsumsatz lag bei CHF 11’000 netto, die Historie zeigt rund 3 % monatliches Wachstum, prognostiziert wird linear über 12 Monate:

  1. Monat 1: CHF 11’000 × 1.03 = CHF 11’330
  2. Monat 2: CHF 11’330 × 1.03 = CHF 11’670
  3. Monat 12: CHF 11’000 × 1.03¹² ≈ CHF 15’683
  4. Prognostizierter Jahresumsatz ≈ CHF 160’800
  5. Mit ±15 % Szenario-Spanne landet Monat 12 zwischen rund CHF 13’300 (Worst Case) und CHF 18’000 (Best Case) – Fixkosten am Worst Case ausrichten.

Realistische Wachstumsraten für Schweizer KMU

Etablierte Schweizer KMU wachsen typischerweise im niedrigen einstelligen Prozentbereich pro Jahr: Detailhandel 1–3 %, Dienstleistungen 3–6 %, E-Commerce und SaaS in der Skalierungsphase oft 8–20 %+. In einem reifen, kaufkraftstarken Markt mit tiefer Inflation sind die nominalen Zuwächse kleiner als anderswo – ein solide begründetes 4 %-Wachstum überzeugt eine Bank mehr als ein herbeigeschriebenes 20 %-Szenario. Und der Zinseszinseffekt täuscht: 3 % pro Monat sind über 40 % pro Jahr.

Schweizer Spezifika: MWST-Schwelle, Franken und Saisonalität

Das Geschäftsjahr entspricht meist dem Kalenderjahr. Die MWST kennt eine klare Schwelle: Registrierungspflicht ab CHF 100’000 weltweitem Jahresumsatz – eine Wachstumsprognose zeigt Monate im Voraus, wann Sie diese Grenze erreichen, und verhindert eine verspätete Anmeldung. Auch die Abrechnungsmethode (effektiv vs. Saldosteuersatz) lässt sich mit einer realistischen Umsatzkurve fundierter wählen.

Saisonalität prägt viele Branchen: Wintersaison in den Bergdestinationen, Sommertourismus an den Seen, Weihnachtsgeschäft im Handel und das Sommerloch im B2B. Genau das modelliert die saisonale Methode – im Vergleich mit der Regressionsgeraden trennen Sie Kalendereffekte von echtem Wachstum. Der CSV-Export übernimmt die Zahlen direkt in Ihren Businessplan.

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Häufige Fragen zur Umsatzprognose