Beendigung eines Treuhandmandats in der Schweiz (Muster)

Aktualisiert am 6. August 2026

Dieses Schreiben beendet ein Treuhandmandat schriftlich: welche Leistungen beauftragt waren, bis zu welchem Stichtag die Treuhandgesellschaft dafür einsteht, und was ab wann beim Kunden oder bei der übernehmenden Stelle liegt. Es ist das Gegenstück zur Auftragsbestätigung, angewandt auf den Ausgang.

Das Muster funktioniert in beide Richtungen. Wählen Sie die Kundenversion, wenn Sie als Unternehmen die Treuhandgesellschaft wechseln, Ihre Unterlagen zurückverlangen und die Vollmachten widerrufen müssen; wählen Sie die Gesellschaftsversion für eine Beendigung durch die Treuhandgesellschaft. Felder ausfüllen und als Word- oder PDF-Datei herunterladen, ohne Anmeldung.

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Referenz:

Beendigung des Treuhandmandats

Sehr geehrte Damen und Herren

wir beenden das uns aufgrund der Auftragsbestätigung vom verbundene Treuhandmandat mit Wirkung zum . Der Auftrag kann von jedem Teil jederzeit beendet werden; eine Kündigungsfrist ist dabei nicht einzuhalten.

Über den genannten Termin hinaus werden keine Arbeiten fortgeführt und keine begonnenen Arbeiten zu Ende gebracht. Die anstehenden Fristen sind nachstehend aufgeführt, damit die Beendigung nicht zur Unzeit erfolgt und die Weiterbetreuung rechtzeitig geordnet werden kann.

Erbrachte Leistungen und Stichtag je Leistung

Nachstehend sind die vom Mandat erfassten Leistungen und der jeweilige Stichtag aufgeführt. Nicht genannte Leistungen waren nicht Gegenstand des Mandats.

OptionalJahresabschluss war beauftragt

Jahresabschluss

Letztes bearbeitetes Geschäftsjahr:
Fertigstellung:

Für den Abschluss eines späteren Geschäftsjahres und für Ereignisse nach dem genannten Zeitpunkt wird nicht eingestanden.

OptionalSteuererklärung war beauftragt

Steuererklärung

Letztes eingereichtes Jahr:
Einreichung:

Für Steuererklärungen späterer Jahre, für Fristerstreckungen und für nach dem Beendigungstermin fällige Vorauszahlungen oder Ratenrechnungen wird nicht eingestanden.

OptionalMehrwertsteuerabrechnung war beauftragt

Mehrwertsteuer

Letzte abgerechnete Periode:
Einreichung:

Für Abrechnungen späterer Perioden und für die Jahresabstimmung wird nicht eingestanden. Der Zyklus ist kurz; diese Leistung ist unverzüglich zu übernehmen.

OptionalLohn und Sozialversicherung waren beauftragt
OptionalQuellensteuer war beauftragt
OptionalBuchhaltung war beauftragt

Anstehende Fristen

Nach dem Beendigungstermin werden folgende Fristen fällig, die nicht mehr von uns wahrgenommen werden: . Diese Aufstellung beruht auf den uns bekannten Umständen und dient der Erleichterung des Übergangs; die übernehmende Stelle sollte eine eigene Fristenprüfung vornehmen.

OptionalVollmachten und Zugänge behandeln

Vollmachten, Zustelladresse und Zugänge

Eine Vollmacht endet nicht dadurch, dass das Mandat endet. Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Zustelladresse bei der Steuerverwaltung: Ist sie eingetragen, gehen Verfügungen an die Treuhandgesellschaft, und damit laufen Rechtsmittelfristen, ohne dass der Kunde davon erfährt. Die Aufhebung muss die Behörde erreichen.

Aufzuheben und zu beenden sind: . Vollmachten bestehen getrennt nach Kanton, Steuerart und Person und sind einzeln zu behandeln; jede Seite veranlasst die Aufhebung auf ihrer Seite und teilt dies der anderen mit. Ebenso sind Administratorzugänge zu Buchhaltungs- und Lohnsoftware, Bankzugänge mit Zeichnungs- oder Einsichtsrecht und eingerichtete Zahlungsaufträge zu beenden oder umzustellen. Die übernehmende Stelle benötigt eigene Vollmachten; diese gehen nicht mit dem Dossier über.

Rechenschaft und Herausgabe

Wir bitten um Rechenschaft über die Mandatsführung und um Herausgabe dessen, was Ihnen infolge der Mandatsführung zugekommen ist, sowie um Rückgabe der von uns beigebrachten Unterlagen innerhalb von Tagen ab diesem Schreiben. Uns ist bekannt, dass Ihre Arbeitspapiere Ihr Eigentum bleiben; unsere Bitte betrifft unsere Unterlagen und die Arbeitsergebnisse, für die das Honorar bezahlt wurde.

Die Pflicht, Geschäftsbücher, Buchungsbelege und den Geschäftsbericht während zehn Jahren nach Ablauf des Geschäftsjahres aufzubewahren, trifft den Kunden und bleibt von dieser Übergabe unberührt. Unterlagen, die zu ihrer Erfüllung benötigt werden, dürfen nicht deshalb vernichtet werden, weil eine Abholfrist verstrichen ist.

OptionalEs besteht ein offenes Honorar

Übergabe an die übernehmende Stelle

Wir haben mit der weiteren Betreuung beauftragt und entbinden Sie insoweit von der Geheimhaltungspflicht. Bitte überlassen Sie dieser Stelle die für die Übernahme erforderlichen Angaben und Unterlagen. Sollten dadurch zusätzliche Kosten entstehen, teilen Sie uns dies vor der Beauftragung mit.

Eine allfällige Unterstellung der übernehmenden Stelle unter das Geldwäschereigesetz und die damit verbundene Abklärung sind ihre eigene Angelegenheit: Die Unterstellung knüpft an die Tätigkeit an und nicht an das Berufsbild, und eine Identifizierung des Kunden sowie die Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person lassen sich nicht vom Vorgänger übernehmen.

Geheimhaltung, Haftung und anwendbares Recht

Die Geheimhaltungspflicht besteht über die Beendigung des Mandats hinaus, soweit nicht eine gesetzliche Vorschrift die Bekanntgabe gebietet oder erlaubt oder eine Entbindung erteilt ist.

Die in der Auftragsbestätigung und den einbezogenen Geschäftsbedingungen vereinbarten Haftungsbegrenzungen gelten für die bereits erbrachten Leistungen unverändert weiter; dieses Schreiben ändert sie nicht. Arbeitsergebnisse waren zur Verwendung durch den Kunden bestimmt; gegenüber Dritten, denen sie überlassen wurden, wird keine Verantwortung übernommen. Es gilt schweizerisches Recht.

Empfängerbestätigung

Wir bitten, uns ein Exemplar dieses Schreibens unterzeichnet zurückzusenden und die oben genannten Stichtage zu bestätigen, damit zwischen uns keine Unklarheit bleibt. Sollte ein Punkt nicht zutreffen, teilen Sie uns dies vor der Unterzeichnung mit.

Freundliche Grüsse

, für

Für den Absender

Datum:

Bestätigt durch den Empfänger

Datum:

Die gute Nachricht zuerst: Sie können jederzeit gehen

Nach Art. 404 Abs. 1 OR kann der Auftrag von jedem Teil jederzeit widerrufen oder gekündigt werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist dieses Recht zwingend und darf auch nicht indirekt eingeschränkt werden, etwa durch die Vereinbarung einer Konventionalstrafe. Mandatsverhältnisse zu Treuhändern werden dabei als Aufträge mit ausgeprägt persönlichem Charakter behandelt.

Praktisch heisst das: Eine Kündigungsfrist von drei Monaten in den AGB Ihrer Treuhandgesellschaft ist keine belastbare Position, und eine Pauschale für vorzeitige Beendigung ist genau der Umweg, den die Rechtsprechung ausschliesst. Man muss darüber nicht streiten, sondern kann den Punkt im Schreiben sachlich benennen.

Der Vergleich mit den Nachbarländern zeigt, wie eigenständig diese Regel ist. In Deutschland kann das Mandat ebenfalls jederzeit beendet werden, doch eine individuell vereinbarte Frist ist dort anerkannt — nur nicht in Allgemeinen Geschäftsbedingungen. In Österreich gilt die vereinbarte Frist grundsätzlich. In Italien darf der Berufsträger sogar nur aus wichtigem Grund zurücktreten. Vier Systeme, vier Antworten auf dieselbe Frage.

Die schlechte Nachricht: Kündigung zur Unzeit kostet Geld

Die Kehrseite des zwingenden Beendigungsrechts steht im gleichen Artikel: Erfolgt der Widerruf oder die Kündigung zur Unzeit, ist der zurücktretende Teil zum Ersatz des dem anderen verursachten Schadens verpflichtet. Das gilt in beide Richtungen — für den Kunden, der eine Treuhandgesellschaft mitten in einer laufenden Arbeit stehen lässt, und für die Treuhandgesellschaft, die kurz vor einer Frist aussteigt.

Deshalb ist der Zeitpunkt der Beendigung in der Schweiz wichtiger als die Frist. Ein Schreiben, das die anstehenden Fristen benennt und die angefangenen Arbeiten ausdrücklich behandelt, ist genau das Dokument, mit dem sich der Vorwurf der Unzeit entkräften lässt.

Dieses Muster geht deshalb zweistufig vor: Es verlangt eine Aussage zum Beendigungszeitpunkt und, falls angefangene Arbeiten fortgeführt werden sollen, eine ausdrückliche Liste. Und es enthält eine Rubrik für die Fristen, die nach dem Stichtag fällig werden — der praktisch wichtigste Absatz für beide Seiten.

Ein Stichtag je Leistung, weil die Termine nicht zusammenfallen

Eine Treuhandgesellschaft kann den Abschluss des Vorjahres erstellt, die Steuererklärung dazu eingereicht, die Mehrwertsteuerabrechnung des letzten Quartals abgegeben haben und mitten in einem Lohnlauf stehen. Der Satz «das Mandat endet per sofort» lässt jeden dieser Stränge offen — und die kurzen Zyklen sind die gefährlichen.

Die Mehrwertsteuerabrechnung läuft quartalsweise oder monatlich, die Lohnzahlungen und die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge folgen festen Terminen, und die Quellensteuer auf Löhnen ist periodisch abzuliefern. Der Jahresabschluss, über den am meisten gesprochen wird, ist der unkritischste Punkt.

Das Muster fragt deshalb für jede aktivierte Leistung zwei Angaben ab: die letzte bearbeitete Periode und das Datum der Einreichung oder Übergabe. Jede Leistung druckt ihren eigenen Stichtag, gefolgt von der ausdrücklichen Feststellung, dass für spätere Perioden nicht eingestanden wird.

Vollmachten, Zugänge und der elektronische Verkehr mit den Behörden

Eine Vollmacht endet nicht, weil das Mandat endet. In der Schweiz kommt die kantonale Ebene hinzu: Die Vertretungsvollmacht gegenüber der kantonalen Steuerverwaltung, die Zustelladresse für Verfügungen, der Zugang zum Mehrwertsteuerportal der Eidgenössischen Steuerverwaltung, die Vertretung gegenüber der Ausgleichskasse und der Pensionskasse — jede dieser Berechtigungen bleibt bestehen, bis sie aufgehoben wird.

Ist eine Zustelladresse bei der Steuerverwaltung eingetragen, gehen Verfügungen an die Treuhandgesellschaft — und damit laufen Rechtsmittelfristen, ohne dass der Kunde etwas erfährt. Das ist der Punkt, der bei einem Wechsel den grössten Schaden anrichtet, und deshalb fragt dieses Schreiben eine Aufzählung ab statt eine einzige Vollmacht anzunehmen.

Dazu kommen die Zugänge, die regelmässig vergessen werden: Administratorrechte an der Buchhaltungs- oder Lohnsoftware, Bankzugänge mit Zeichnungs- oder Einsichtsrecht, eingerichtete Zahlungsaufträge und Lastschriftverfahren. Die übernehmende Stelle benötigt eigene Vollmachten; sie gehen nicht mit dem Dossier über.

Herausgabe, Rechenschaft und die Übergabe

Auftragsrechtlich hat der Beauftragte über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles herauszugeben, was ihm infolge der Geschäftsführung zugekommen ist. Die vom Kunden beigebrachten Unterlagen gehören dem Kunden; die Arbeitspapiere und internen Notizen der Treuhandgesellschaft bleiben deren Eigentum; die Arbeitsergebnisse, für die das Honorar bezahlt wurde, stehen dem Kunden zu.

Bei offenem Honorar ist die Einstellung der Arbeiten nach vorheriger Anzeige der vorgesehene Weg — nicht das Zurückbehalten von Unterlagen, die der Kunde für eine Frist braucht. Bei den Aufbewahrungsfristen bleibt es bei der Trennung: Geschäftsbücher, Buchungsbelege und der Geschäftsbericht sind vom Kunden während zehn Jahren nach Ablauf des Geschäftsjahres aufzubewahren, weshalb eine kurze Abholfrist kein Grund ist, etwas zu entsorgen.

Die Geheimhaltung besteht nach Beendigung fort. Für Buchführung und Steuerberatung gibt es dabei kein berufsrechtliches Geheimnis mit Strafdrohung wie in Deutschland oder Österreich; die Pflicht ruht auf dem Vertrag und der auftragsrechtlichen Treuepflicht. Für die Abstimmung mit der übernehmenden Stelle braucht es daher die Entbindung des Kunden, und die Bestätigung am Ende dieses Schreibens holt sie ein.

Die Abschnitte im Einzelnen

Richtung des Schreibens
Beendigung durch den Kunden oder durch die Treuhandgesellschaft. Alle Abschnitte, die sich unterscheiden — Anliegen, Bitten, Entbindungen, Unterschriften — wechseln automatisch.
Anliegen und Beendigungszeitpunkt
Benennt das beendete Mandat und den Zeitpunkt, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Beendigung jederzeit möglich ist und keine Frist einzuhalten war.
Angefangene Arbeiten und Unzeit
Sofortige Beendigung oder Beendigung nach Abschluss ausdrücklich benannter Arbeiten, mit der Feststellung, dass die anstehenden Fristen berücksichtigt wurden — das Dokument, mit dem sich der Vorwurf der Kündigung zur Unzeit entkräften lässt.
Leistungen und Stichtag je Leistung
Je Leistung ein Schalter — Jahresabschluss, Steuererklärung, Mehrwertsteuer, Lohn und Sozialversicherung, Quellensteuer, Buchhaltung — jeweils mit letzter Periode, Einreichungsdatum und der Feststellung, dass für spätere Perioden nicht eingestanden wird.
Anstehende Fristen
Was nach dem Stichtag fällig wird und wer es künftig wahrnimmt, mit dem Hinweis, dass die übernehmende Stelle eine eigene Fristenprüfung vornehmen sollte.
Vollmachten, Zustelladresse und Zugänge
Aufhebung der Vollmachten gegenüber den kantonalen und eidgenössischen Behörden, der Zustelladresse für Verfügungen, der Vertretung gegenüber Ausgleichs- und Pensionskasse, sowie Software- und Bankzugänge und eingerichtete Zahlungsaufträge.
Rechenschaft und Herausgabe
Rechenschaft über die Mandatsführung und Herausgabe dessen, was infolge der Mandatsführung zugekommen ist; Unterlagen des Kunden zurück, Arbeitspapiere bleiben bei der Gesellschaft.
Offenes Honorar (optional)
Offener Betrag und Zahlungsfrist, mit der Einstellung der Arbeiten als Weg und nicht dem Zurückbehalten von Unterlagen des Kunden.
Übergabe und Entbindung von der Geheimhaltung
Schriftliche Entbindung für die Abstimmung mit der übernehmenden Stelle, mit dem Hinweis, dass eine allfällige geldwäschereirechtliche Abklärung der übernehmenden Stelle ihre eigene ist.
Geheimhaltung, Haftung und Recht
Fortbestand der Geheimhaltung, unveränderte Fortgeltung der vereinbarten Haftungsbegrenzungen für bereits erbrachte Leistungen, schweizerisches Recht.
Empfängerbestätigung
Unterschriftsblock, der die Entbindung und die Stichtage zu einer Vereinbarung macht und nicht zu einer einseitigen Behauptung.

Worauf es ankommt

Prüfen Sie die einbezogenen Geschäftsbedingungen und, bei Streit, die Rechtslage im Einzelfall.

  • Beendigung ist jederzeit möglich, und eine Frist wäre nicht durchsetzbar

    Nach Art. 404 Abs. 1 OR kann der Auftrag von jedem Teil jederzeit widerrufen oder gekündigt werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist dieses Recht zwingend und darf auch nicht indirekt eingeschränkt werden, etwa durch die Vereinbarung einer Konventionalstrafe. Eine Kündigungsfrist in AGB einer Treuhandgesellschaft ist damit keine belastbare Position.

    LAW.CH — Auftragsrecht: Widerruf und Kündigung
  • Kündigung zur Unzeit löst Schadenersatz aus

    Die Kehrseite des zwingenden Beendigungsrechts ist die Haftung für eine Kündigung zur Unzeit: Der zurücktretende Teil hat den dem anderen dadurch verursachten Schaden zu ersetzen. Das gilt für beide Seiten. Ein Schreiben, das die anstehenden Fristen benennt und die angefangenen Arbeiten ausdrücklich behandelt, ist deshalb kein Formalismus, sondern der Nachweis, dass die Beendigung nicht zur Unzeit erfolgt ist.

  • Die Zustelladresse bei der Steuerverwaltung ausdrücklich aufheben

    Ist eine Zustelladresse eingetragen, gehen Verfügungen an die Treuhandgesellschaft, womit Rechtsmittelfristen laufen, ohne dass der Kunde davon erfährt. Die Aufhebung muss die Behörde erreichen; das Ende des Mandats bewirkt sie nicht. Vollmachten bestehen zudem getrennt nach Kanton, Steuerart und Person und sind einzeln aufzuheben.

  • Zehnjährige Aufbewahrung trifft den Kunden

    Geschäftsbücher, Buchungsbelege und der Geschäftsbericht sind während zehn Jahren nach Ablauf des Geschäftsjahres aufzubewahren. Diese Pflicht trifft den Kunden. Eine kurze Abholfrist mit anschliessender Vernichtung kann Unterlagen beseitigen, die der Kunde aufbewahren muss; die Vernichtung ist daher anzukündigen.

  • Für die Übergabe braucht es die Entbindung des Kunden

    Die Geheimhaltung besteht nach Beendigung fort. Für Buchführung und Steuerberatung gibt es kein berufsrechtliches Geheimnis mit Strafdrohung wie in Deutschland oder Österreich; die Pflicht ruht auf dem Vertrag und der auftragsrechtlichen Treuepflicht. Die Entbindung sollte schriftlich vorliegen, weil eine mündliche Zustimmung Monate später schwer zu belegen ist.

  • Eine allfällige geldwäschereirechtliche Abklärung der übernehmenden Stelle ist ihre eigene

    Die Unterstellung unter das Geldwäschereigesetz knüpft in der Schweiz an die Tätigkeit an und nicht an den Beruf. Ob die übernehmende Stelle als Finanzintermediär untersteht, hat sie selbst zu beurteilen; eine allfällige Identifizierung des Kunden und die Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person sind ihre eigenen Pflichten und lassen sich nicht vom Vorgänger übernehmen. Der Kreis der Unterstellten wird auf gesetzgeberischer Ebene ausgeweitet.

    swissaccounting — Beratung unter dem Geldwäschereigesetz

So erstellen Sie das Schreiben

  1. Richtung wählen. Beendigung durch den Kunden oder durch die Treuhandgesellschaft. Davon hängen Anliegen, Bitten und Entbindungen ab.
  2. Beendigungszeitpunkt festlegen. Die Beendigung ist jederzeit möglich; eine Frist muss nicht eingehalten werden. Achten Sie stattdessen darauf, nicht zur Unzeit zu beenden.
  3. Angefangene Arbeiten klären. Sofortige Beendigung oder Abschluss ausdrücklich benannter Arbeiten. Nur die zweite Variante darf einen Abschluss zusagen.
  4. Je Leistung den Stichtag setzen. Letzte bearbeitete Periode und Datum der Einreichung. Anschliessend die anstehenden Fristen auflisten — das ist der Nachweis gegen den Vorwurf der Unzeit.
  5. Vollmachten und Zugänge benennen. Vollmacht und Zustelladresse je Kanton und Steuerart, Vertretung gegenüber Ausgleichs- und Pensionskasse, Software- und Bankzugänge, eingerichtete Zahlungsaufträge.
  6. Bestätigung unterschreiben lassen. Als Word- oder PDF-Datei herunterladen, mit Bitte um Unterschrift versenden und die unterschriebene Bestätigung aufbewahren — sie ist die Entbindung für die Übergabe.

Häufige Fragen

Kann ich mein Treuhandmandat jederzeit beenden?

Ja. Nach Art. 404 Abs. 1 OR kann der Auftrag von jedem Teil jederzeit widerrufen oder gekündigt werden, und nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist dieses Recht zwingend und darf auch nicht indirekt eingeschränkt werden — etwa durch eine Konventionalstrafe. Eine Kündigungsfrist in den AGB Ihrer Treuhandgesellschaft ist damit keine belastbare Position. In Deutschland ist eine individuell vereinbarte Frist anerkannt, in Österreich gilt die vereinbarte Frist grundsätzlich, und in Italien darf der Berufsträger nur aus wichtigem Grund zurücktreten — vier Länder, vier Antworten.

Was heisst «Kündigung zur Unzeit»?

Es ist die Kehrseite des zwingenden Beendigungsrechts: Erfolgt der Widerruf oder die Kündigung zur Unzeit, hat der zurücktretende Teil den dem anderen dadurch verursachten Schaden zu ersetzen. Das gilt in beide Richtungen — für den Kunden, der mitten in einer laufenden Arbeit aussteigt, und für die Treuhandgesellschaft, die kurz vor einer Frist geht. In der Schweiz ist deshalb der Zeitpunkt wichtiger als die Frist, und ein Schreiben, das die anstehenden Fristen benennt, ist der Nachweis, dass die Beendigung nicht zur Unzeit erfolgte.

Was passiert mit der Zustelladresse bei der Steuerverwaltung?

Sie ist der Punkt, der bei einem Wechsel den grössten Schaden anrichtet. Ist eine Zustelladresse eingetragen, gehen Verfügungen an die Treuhandgesellschaft — und damit laufen Rechtsmittelfristen, ohne dass Sie etwas erfahren. Die Aufhebung muss die Behörde erreichen; das Ende des Mandats bewirkt sie nicht. Vollmachten bestehen zudem getrennt nach Kanton, Steuerart und Person, weshalb dieses Muster eine Aufzählung abfragt.

Darf die Treuhandgesellschaft Unterlagen behalten, solange das Honorar offen ist?

Der vorgesehene Weg ist die Einstellung der Arbeiten nach vorheriger Anzeige. Auftragsrechtlich hat der Beauftragte über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles herauszugeben, was ihm infolge der Geschäftsführung zugekommen ist; die von Ihnen beigebrachten Unterlagen gehören Ihnen. Sie zurückzuhalten, wenn eine Frist ansteht, verschiebt eine Honorardiskussion auf ein Feld, auf dem eine Treuhandgesellschaft nichts gewinnen kann. Die eigenen Arbeitspapiere bleiben demgegenüber ihr Eigentum.

Welche Leistungen gehen bei einem Wechsel am häufigsten verloren?

Die mit den kürzesten Zyklen. Die Mehrwertsteuerabrechnung läuft quartalsweise oder monatlich, die Lohnzahlungen und die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge folgen festen Terminen, und die Quellensteuer auf Löhnen ist periodisch abzuliefern. Der Jahresabschluss ist der unkritischste Punkt, obwohl über ihn am meisten gesprochen wird. Deshalb arbeitet dieses Muster mit einem Stichtag je Leistung statt mit einem einzigen Beendigungsdatum.

Muss die alte Treuhandgesellschaft mit der neuen sprechen?

Für eine geordnete Übergabe braucht sie Ihre Entbindung von der Geheimhaltung, denn diese besteht nach Beendigung fort. Anders als in Deutschland oder Österreich gibt es für Buchführung und Steuerberatung kein berufsrechtliches Geheimnis mit Strafdrohung; die Pflicht ruht auf dem Vertrag und der auftragsrechtlichen Treuepflicht — was an der Notwendigkeit der Entbindung nichts ändert. Die Empfängerbestätigung am Ende dieses Schreibens enthält sie.

Wie lange muss ich meine Unterlagen nach dem Wechsel aufbewahren?

Geschäftsbücher, Buchungsbelege und der Geschäftsbericht sind während zehn Jahren nach Ablauf des Geschäftsjahres aufzubewahren — und diese Pflicht trifft Sie, nicht die Treuhandgesellschaft. Eine kurze Abholfrist ist deshalb kein Grund, etwas zu entsorgen. Das Muster macht die Abholfrist zu einem Feld und stellt der Vernichtung eine Vorankündigung voran, damit Sie Ihre Unterlagen noch anfordern können.

Was ist mit Bank- und Softwarezugängen?

Sie enden nicht von selbst. Administratorrechte an der Buchhaltungs- oder Lohnsoftware, Bankzugänge mit Zeichnungs- oder Einsichtsrecht und eingerichtete Zahlungsaufträge oder Lastschriftverfahren bestehen weiter, bis sie aufgehoben oder umgestellt werden. Gerade Bankberechtigungen werden regelmässig vergessen, weil sie nicht Teil des eigentlichen Mandats sind. Das Muster fragt sie einzeln ab, weil das Benennen die einzige verlässliche Methode ist.

Ähnliche Vorlagen

Rechtlicher Hinweis

Dieses Muster und die Erläuterungen dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Auftragsrecht, kantonale Verfahrensfragen und die geldwäschereirechtliche Unterstellung ändern sich und hängen vom Einzelfall ab. Prüfen Sie die einbezogenen Geschäftsbedingungen und ziehen Sie bei Streit über Honorar, Unterlagen oder eine Kündigung zur Unzeit rechtlichen Beistand hinzu.