Wohnraummietvertrag Vorlage (Österreich)

Aktualisiert am 14. August 2026

Ein Wohnraummietvertrag regelt, zu welchen Bedingungen ein Vermieter eine Wohnung an einen Mieter überlässt: die Wohnung, die Miete, die Kaution und wer wofür verantwortlich ist. In Österreich hängt der gesetzliche Schutz eines Mietverhältnisses entscheidend davon ab, ob das Mietrechtsgesetz (MRG) voll, teilweise oder gar nicht anwendbar ist — eine Unterscheidung, die eine generische heruntergeladene Vorlage regelmäßig ignoriert.

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Wohnraummietvertrag

Dieser Mietvertrag wird am zwischen , (der "Vermieter"), und (der "Mieter") über die Wohnung in (die "Mietsache") geschlossen.

1. MRG-Anwendungsbereich

Auf dieses Mietverhältnis findet das Mietrechtsgesetz (MRG) voll Anwendung. Es gelten insbesondere die Mietzinsbeschränkungen, die Betriebskostenregeln und der volle Kündigungsschutz des MRG.

2. Mietdauer

Dieses Mietverhältnis beginnt am und ist . Ist es befristet, endet es am , sofern es nicht vorher verlängert oder nach diesem Vertrag und geltendem Recht beendet wird. Ist es unbefristet, läuft es bis zur ordentlichen Kündigung durch eine Partei nach dem Recht von .

3. Miete

Nettomiete:
Fälligkeit:

4. Kaution

Der Mieter zahlt eine Kaution in Höhe von . Das MRG nennt keine gesetzliche Obergrenze für die Kautionshöhe; üblich sind bis zu drei, in Einzelfällen bis zu sechs Bruttomonatsmieten. Die Kaution ist vom Vermieter fruchtbringend und insolvenzfest anzulegen und nach Beendigung des Mietverhältnisses samt Zinsen zurückzustellen, abzüglich berechtigter Gegenforderungen.

5. Betriebskosten und Instandhaltung

Der Mieter trägt die während der Mietzeit anfallenden Betriebskosten, soweit der Vermieter nicht schriftlich etwas anderes übernimmt. Der Vermieter hält die Mietsache in bewohnbarem Zustand und führt gesetzlich erforderliche Reparaturen durch; der Mieter hält die Mietsache sauber und meldet erforderliche Reparaturen unverzüglich.

OptionalHaustierklauselHält fest, ob Haustiere erlaubt sind und welche Einschränkungen gelten.

6. Allgemeines

Dieser Vertrag unterliegt dem Recht von und stellt die gesamte Vereinbarung zwischen den Parteien dar; er ersetzt vorherige mündliche Absprachen. Änderungen bedürfen der Schriftform und der Zustimmung beider Parteien.

Der Vermieter

Datum:

Der Mieter

Datum:

Nicht jedes Mietverhältnis unterliegt dem MRG in gleichem Umfang

Anders als das deutsche Mietrecht, das für praktisch jede Wohnraummiete einheitlich gilt, kennt Österreich drei unterschiedliche Anwendungsbereiche des Mietrechtsgesetzes. Im Vollanwendungsbereich (etwa Altbauten vor dem 1. Juli 1953 mit mehr als zwei Mieteinheiten oder geförderte Neubauten) gelten der volle Kündigungsschutz, Mietzinsbeschränkungen und die Betriebskostenregeln des MRG. Im Teilanwendungsbereich (etwa privat finanzierte Neubauten nach dem 30. Juni 1953 ohne Förderung, oder Dachgeschoßausbauten nach 2001/2006) gelten nur Kaution, Vertragsdauer, Kündigungsschutz und Eintrittsrecht — Mietzinsbeschränkung, Betriebskosten- und Investitionsersatzregeln gelten dagegen nicht. Im Nichtanwendungsbereich (etwa Ein- und Zweifamilienhäuser bei Verträgen ab 2002, Dienstwohnungen, Zweitwohnsitze bis sechs Monate, Ferienwohnungen oder Betriebe karitativer Organisationen) gilt das MRG überhaupt nicht, und die Parteien vereinbaren die Bedingungen frei nach dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB).

Keine gesetzliche Kautionsobergrenze — anders als in Deutschland

§ 16b MRG regelt im Voll- und Teilanwendungsbereich vor allem die fruchtbringende Anlage, insolvenzfeste Verwahrung und Rückstellung der Kaution, nennt aber keine gesetzliche Höchstgrenze. Üblich sind bis zu drei Bruttomonatsmieten, in Einzelfällen auch bis zu sechs. Diese Vorlage stellt das ehrlich dar, statt eine gesetzliche Kautionsobergrenze zu behaupten, die es in Österreich für die Höhe nicht gibt.

Was ein Wohnraummietvertrag abdecken muss

Mindestens: die Parteien, die Wohnungsanschrift, die Mietdauer, Miethöhe und Fälligkeit, die Kaution und ihre Behandlung, wer welche Betriebskosten trägt und die Instandhaltungspflichten jeder Partei. Diese Vorlage ergänzt dazu den entscheidenden Anwendungsbereich des MRG.

Die Klauseln erklärt

Parteien und Wohnung
Vollständiger Name von Vermieter und Mieter sowie die vollständige Anschrift der Wohnung, gegebenenfalls mit Wohnungsnummer.
MRG-Anwendungsbereich
Legt fest, ob Voll-, Teil- oder Nichtanwendung des Mietrechtsgesetzes gilt, mit den jeweiligen Rechtsfolgen.
Mietdauer
Befristete Mietverhältnisse enden zu einem festgelegten Datum; unbefristete laufen bis zur ordentlichen Kündigung durch eine Partei.
Miete und Zahlung
Miethöhe, Fälligkeit und zulässige Zahlungsarten.
Kaution
Die vereinbarte Kaution, üblicherweise bis zu drei, in Einzelfällen bis zu sechs Bruttomonatsmieten, sowie ihre Verwahrung.
Betriebskosten und Instandhaltung
Legt fest, wer welche Betriebskosten trägt und wer für laufende Instandhaltung gegenüber baulichen Reparaturen verantwortlich ist.
Haustiere
Optionale Klausel, ob Haustiere erlaubt sind und welche Einschränkungen gelten.
Anwendbares Recht
Bestätigt, dass österreichisches Recht den Mietvertrag beherrscht.

Compliance-Checkliste (Österreich)

Prüfen Sie aktuelle mietrechtliche Vorgaben, bevor Sie den Vertrag abschließen.

  • MRG-Anwendungsbereich der Wohnung korrekt bestimmen

    Baujahr, Gebäudeförderung und Anzahl der Mieteinheiten entscheiden, ob Voll-, Teil- oder Nichtanwendung des MRG gilt — mit sehr unterschiedlichen Folgen für Mietzins, Kündigungsschutz und Betriebskosten.

    Konsumentenfragen.at — Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes
  • Kautionshöhe realistisch vereinbaren

    § 16b MRG nennt keine gesetzliche Kautionsobergrenze; üblich sind bis zu drei Bruttomonatsmieten, in Einzelfällen bis zu sechs.

So verwenden Sie diese Vorlage

  1. Parteien und Wohnung eintragen. Tippen Sie in die markierten Felder und tragen Sie Namen von Vermieter und Mieter sowie die vollständige Wohnungsanschrift ein.
  2. MRG-Anwendungsbereich wählen. Wählen Sie Voll-, Teil- oder Nichtanwendung, je nach Baujahr, Förderung und Gebäudetyp der Wohnung.
  3. Mietdauer, Miete und Kaution festlegen. Wählen Sie befristet oder unbefristet, tragen Sie Miethöhe, Fälligkeit und die vereinbarte Kaution ein.
  4. Optionale Klauseln ergänzen. Die Haustierklausel steht mit eigener Hinzufügen-Option im Vertrag — fügen Sie sie bei Bedarf hinzu und tragen Sie Einschränkungen ein.
  5. Unterschreiben, herunterladen und aktuelle Vorgaben prüfen. Unterschreiben Sie auf der Unterschriftszeile — der Mieter kann direkt am Bildschirm mitunterschreiben — und laden Sie die Datei als Word oder PDF herunter.

Häufig gestellte Fragen

Gilt das Mietrechtsgesetz für jede Wohnung gleich?

Nein — es gibt Voll-, Teil- und Nichtanwendungsbereich mit sehr unterschiedlichen Rechtsfolgen, abhängig von Baujahr, Förderung und Anzahl der Mieteinheiten.

Wie hoch darf die Kaution höchstens sein?

Das MRG nennt keine gesetzliche Obergrenze für die Kautionshöhe. Üblich sind bis zu drei Bruttomonatsmieten, in Einzelfällen bis zu sechs.

Was bedeutet Teilanwendungsbereich konkret?

Es gelten nur die MRG-Regeln zu Kaution, Vertragsdauer, Kündigungsschutz und Eintrittsrecht — Mietzinsbeschränkung, Betriebskosten- und Investitionsersatzregeln des MRG gelten dagegen nicht.

Was bedeutet Nichtanwendungsbereich konkret?

Das MRG gilt überhaupt nicht, etwa bei Ein- und Zweifamilienhäusern (Verträge ab 2002), Dienstwohnungen, kurzen Zweitwohnsitzen oder Ferienwohnungen — die Parteien vereinbaren die Bedingungen frei nach dem ABGB.

Ist ein schriftlicher Mietvertrag gesetzlich vorgeschrieben?

Ein schriftlicher Vertrag ist das, was beide Seiten bei einem Streit über Miete, Kaution oder Wohnungszustand tatsächlich schützt, auch wenn Schriftform nicht in jedem Fall zwingend vorgeschrieben ist.

Darf ich eine Haustierklausel hinzufügen?

Ja — diese Vorlage enthält eine optionale Klausel, um festzuhalten, ob Haustiere erlaubt sind und welche Einschränkungen gelten.

Rechtlicher Hinweis

Diese Vorlage und Anleitung dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Mietrecht kann sich ändern. Prüfen Sie aktuelle gesetzliche Vorgaben oder holen Sie rechtlichen Rat ein, bevor Sie den Mietvertrag abschließend festlegen.