Beendigung eines Treuhandmandats in Liechtenstein (Muster)
Aktualisiert am 6. August 2026
Dieses Schreiben beendet ein Treuhandmandat schriftlich: welche Leistungen beauftragt waren, bis zu welchem Stichtag das Büro dafür einsteht, und was ab wann beim Auftraggeber oder bei der übernehmenden Stelle liegt. In Liechtenstein kommt eine Ebene hinzu, die es in den Nachbarländern nicht in dieser Form gibt: Wo das Büro selbst Organfunktionen wahrnimmt, endet das Mandat nicht mit einem Brief, sondern erst mit dem Ausscheiden aus diesen Funktionen.
Das Muster funktioniert in beide Richtungen. Wählen Sie die Auftraggeberversion, wenn Sie das Büro wechseln und Unterlagen sowie Funktionen übergeben lassen müssen; wählen Sie die Büroversion für eine Beendigung durch das Büro. Felder ausfüllen und als Word- oder PDF-Datei herunterladen, ohne Anmeldung.
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Referenz:
Beendigung des Treuhandmandats
Sehr geehrte Damen und Herren
wir beenden das aufgrund der Auftragsbestätigung vom bestehende Mandat mit Wirkung zum . Maßgeblich sind die einbezogenen Auftragsbedingungen: .
Über den genannten Termin hinaus werden keine Arbeiten fortgeführt und keine begonnenen Arbeiten zu Ende gebracht. Die anstehenden Fristen sind nachstehend aufgeführt, damit die Weiterbetreuung rechtzeitig geordnet werden kann.
Organfunktionen
Die Beendigung des Dienstleistungsmandats lässt bestehende Organfunktionen unberührt: Diese sind eigene Rechtsstellungen mit eigenen Pflichten gegenüber dem Rechtsträger und Dritten und enden nicht mit diesem Schreiben. Betroffen sind: .
Der Rücktritt aus diesen Funktionen wird mit Wirkung zum erklärt. Pflichten und Verantwortung bestehen fort, bis eine Nachfolge bestellt und die Änderung dort nachvollzogen ist, wo sie eingetragen oder gemeldet werden muss. Der Auftraggeber wird daher gebeten, die Bestellung einer Nachfolge und die erforderlichen Anmeldungen unverzüglich zu veranlassen; wir wirken daran im erforderlichen Umfang mit.
Erbrachte Leistungen und Stichtag je Leistung
Nachstehend sind die vom Mandat erfassten Leistungen und der jeweilige Stichtag aufgeführt. Nicht genannte Leistungen waren nicht Gegenstand des Mandats.
Jahresabschluss
- Letztes bearbeitetes Geschäftsjahr:
- Fertigstellung:
Für den Abschluss eines späteren Geschäftsjahres und für Ereignisse nach dem genannten Zeitpunkt wird nicht eingestanden.
Steuererklärung
- Letztes eingereichtes Jahr:
- Einreichung:
Für Steuererklärungen späterer Jahre, für Fristerstreckungen und für nach dem Beendigungstermin fällige Zahlungen wird nicht eingestanden.
Buchhaltung
- Letzter gebuchter Monat:
- Stand der Buchungen:
Für die Buchhaltung späterer Perioden wird nicht eingestanden.
Anstehende Fristen
Nach dem Beendigungstermin werden folgende Fristen fällig, die nicht mehr von uns wahrgenommen werden: . Diese Aufstellung beruht auf den uns bekannten Umständen und dient der Erleichterung des Übergangs; die übernehmende Stelle sollte eine eigene Fristenprüfung vornehmen.
Vollmachten, Bankberechtigungen und Zugänge
Vollmachten und Berechtigungen enden nicht dadurch, dass das Mandat endet. Besondere Aufmerksamkeit verlangen die Bankberechtigungen: Zeichnungsberechtigungen, Einsichtsrechte und E-Banking-Zugänge bestehen weiter, bis sie bei der Bank selbst geändert werden; keine Erklärung im Mandatsverhältnis bewirkt das.
Aufzuheben und zu beenden sind: . Jede Seite veranlasst die Aufhebung auf ihrer Seite und teilt dies der anderen mit. Die übernehmende Stelle benötigt eigene Vollmachten und eigene Bankberechtigungen; diese gehen nicht mit dem Dossier über.
Unterlagen und Sorgfaltspflichtdokumentation
Wir bitten um Herausgabe der von uns beigebrachten Unterlagen und um Übergabe der Arbeitsergebnisse, für die das Honorar bezahlt wurde, innerhalb von Tagen ab diesem Schreiben, sowie um Mitteilung, welche Unterlagen sich noch bei Ihnen befinden. Uns ist bekannt, dass Ihre Arbeitspapiere Ihr Eigentum bleiben.
Von der Herausgabe zu unterscheiden ist die Dokumentation, die zur Erfüllung der beruflichen Sorgfaltspflichten angelegt wurde — insbesondere Identifizierungsunterlagen, Feststellungen zur wirtschaftlich berechtigten Person, Risikoprofil und Abklärungen. Diese Dokumentation dient dem Nachweis gegenüber der Finanzmarktaufsicht und der beauftragten Prüfstelle und verbleibt daher beim Büro, damit sie für Kontrollen weiterhin vorgehalten werden kann; Kopien können nach Absprache und im rechtlich zulässigen Umfang zur Verfügung gestellt werden.
Die Aufbewahrungspflichten des Auftraggebers für seine Bücher, Aufzeichnungen und Belege richten sich nach den für ihn geltenden Vorschriften und bleiben von dieser Übergabe unberührt. Unterlagen, die zu ihrer Erfüllung benötigt werden, dürfen nicht deshalb vernichtet werden, weil eine Abholfrist verstrichen ist.
Übergabe, Entbindung und deren Grenze
Wir haben mit der weiteren Betreuung beauftragt und entbinden Sie insoweit von der Verschwiegenheitspflicht. Bitte überlassen Sie dieser Stelle die für die Übernahme erforderlichen Angaben und Unterlagen. Sollten dadurch zusätzliche Kosten entstehen, teilen Sie uns dies vor der Beauftragung mit.
Die Entbindung hat eine Grenze: Die Offenlegung gegenüber der Finanzmarktaufsicht und der beauftragten Prüfstelle im Rahmen von Sorgfaltspflichtkontrollen beruht auf gesetzlichen Pflichten und nicht auf der Entbindung durch den Auftraggeber; sie kann durch deren Widerruf nicht ausgeschlossen werden. Die beteiligten Personen sind ihrerseits zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Ist die übernehmende Stelle selbst Sorgfaltspflichtige, hat sie eine eigene Identifizierung des Auftraggebers und eine eigene Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person vorzunehmen, abgeschlossen vor Aufnahme der neuen Geschäftsbeziehung. Beides lässt sich nicht vom Vorgänger übernehmen.
Verschwiegenheit, Meldepflichten, Haftung und Recht
Die Verschwiegenheitspflicht besteht über die Beendigung des Mandats hinaus, soweit nicht eine gesetzliche Vorschrift die Offenlegung gebietet oder erlaubt oder eine Entbindung erteilt ist. Über eine Meldung an die zuständige Stelle darf der Auftraggeber nicht informiert werden — auch nicht im Rahmen dieser Beendigung und auch nicht auf Nachfrage.
Die in der Auftragsbestätigung und den einbezogenen Auftragsbedingungen vereinbarten Haftungsbegrenzungen gelten für die bereits erbrachten Leistungen unverändert weiter; dieses Schreiben ändert sie nicht. Arbeitsergebnisse waren zur Verwendung durch den Auftraggeber bestimmt; gegenüber Dritten, denen sie überlassen wurden, wird keine Verantwortung übernommen. Es gilt liechtensteinisches Recht.
Empfängerbestätigung
Wir bitten, uns ein Exemplar dieses Schreibens unterzeichnet zurückzusenden und die oben genannten Stichtage sowie den Stand der Organfunktionen zu bestätigen, damit zwischen uns keine Unklarheit bleibt. Sollte ein Punkt nicht zutreffen, teilen Sie uns dies vor der Unterzeichnung mit.
Freundliche Grüsse
, für
Für den Absender
Datum:
Bestätigt durch den Empfänger
Datum:
Der Punkt, den kein fremdes Muster kennt: Organfunktionen enden nicht mit dem Brief
In Liechtenstein übernehmen Treuhänder für ihre Auftraggeber häufig Funktionen in Rechtsträgern — als Mitglied des Verwaltungsrats, als Verwaltungsrat einer Anstalt, als Repräsentant oder als Zeichnungsberechtigter. Diese Funktionen sind kein Bestandteil des Dienstleistungsvertrags, sondern eigene Rechtsstellungen mit eigenen Pflichten gegenüber dem Rechtsträger und Dritten.
Die praktische Folge ist zentral für dieses Schreiben: Eine Beendigung des Mandats lässt die Organstellung unberührt. Wer ausscheiden will, muss zurücktreten, und der Rücktritt wird erst mit der Bestellung einer Nachfolge und der entsprechenden Eintragung wirksam nachvollzogen — bis dahin bleiben die Pflichten und die Verantwortung bestehen. Ein Büro, das nur einen Brief schreibt und den Rest offen lässt, haftet weiter für eine Gesellschaft, die es nicht mehr betreut.
Deshalb enthält dieses Muster einen eigenen Abschnitt für Organfunktionen, mit einem Feld für die betroffenen Rechtsträger und Funktionen und einer ausdrücklichen Aussage dazu, ob und wann zurückgetreten wird und was für die Nachfolge veranlasst werden muss. Kein deutsches, österreichisches oder schweizerisches Muster hat diesen Abschnitt, weil dort die Konstellation deutlich seltener ist.
Ein Stichtag je Leistung, und die kurzen Zyklen zuerst
Ein Büro kann den Abschluss des Vorjahres erstellt, die Steuererklärung dazu eingereicht, die Mehrwertsteuerabrechnung des letzten Quartals abgegeben haben und mitten in einem Lohnlauf stehen. Der Satz «das Mandat endet per sofort» lässt jeden dieser Stränge offen — und die kurzen Zyklen sind die gefährlichen.
Die Mehrwertsteuerabrechnung, die Lohnzahlungen und die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge folgen festen Terminen; ein Versäumnis wirkt sofort. Der Jahresabschluss, über den am meisten gesprochen wird, ist der unkritischste Punkt.
Das Muster fragt deshalb für jede aktivierte Leistung zwei Angaben ab: die letzte bearbeitete Periode und das Datum der Einreichung oder Übergabe. Jede Leistung druckt ihren eigenen Stichtag, gefolgt von der ausdrücklichen Feststellung, dass für spätere Perioden nicht eingestanden wird, und ein eigener Abschnitt listet die anstehenden Fristen auf.
Sorgfaltspflichtunterlagen: was beim Büro bleiben muss
Bei der Übergabe gilt eine Besonderheit, die in Standardmustern fehlt. Neben den Unterlagen des Auftraggebers und den Arbeitspapieren des Büros gibt es eine dritte Kategorie: die Dokumentation, die das Büro zur Erfüllung seiner beruflichen Sorgfaltspflichten angelegt hat — Identifizierungsunterlagen, Feststellungen zur wirtschaftlich berechtigten Person, Risikoprofil, Abklärungen.
Diese Dokumentation dient dem Nachweis gegenüber der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein und der beauftragten Prüfstelle. Sie ist deshalb nicht einfach «Teil des Dossiers», das man aushändigt und dann nicht mehr hat: Das Büro muss sie für die Zwecke der Aufsicht weiterhin vorhalten können. Kopien an den Auftraggeber oder an die übernehmende Stelle sind eine andere Frage als die Herausgabe des Originals.
Das Schreiben trennt daher vier Dinge: die Unterlagen des Auftraggebers, die zurückgehen; die Arbeitsergebnisse, für die bezahlt wurde und die dem Auftraggeber zustehen; die Arbeitspapiere des Büros, die dessen Eigentum bleiben; und die Sorgfaltspflichtdokumentation, die beim Büro verbleibt, weil die Aufsicht darauf zugreifen können muss. Unsere Darstellung folgt hier veröffentlichten Hinweisen der Aufsicht und nicht einer eigenen Lektüre jeder Gesetzesbestimmung — prüfen Sie den geltenden Wortlaut.
Vollmachten, Zugänge und die Bankbeziehung
Eine Vollmacht endet nicht, weil das Mandat endet. In Liechtenstein ist die Bankbeziehung dabei häufig der wichtigste Punkt: Zeichnungsberechtigungen, Einsichtsrechte und E-Banking-Zugänge des Büros bei den Banken des Rechtsträgers bestehen weiter, bis sie bei der Bank selbst geändert werden — und keine Erklärung im Mandatsverhältnis bewirkt das.
Dazu kommen die Vertretungen und Zugänge gegenüber der Steuerverwaltung, gegenüber den Sozialversicherungsträgern, gegenüber dem Handelsregister und in den Systemen des Büros, sowie eingerichtete Zahlungsaufträge. Das Muster fragt eine Aufzählung ab, weil das Benennen die einzige verlässliche Methode ist, keine davon zu vergessen.
Für die übernehmende Stelle gilt: Sie benötigt eigene Vollmachten und eigene Bankberechtigungen. Und sie hat, wenn sie selbst Sorgfaltspflichtige ist, eine eigene Identifizierung des Auftraggebers und eine eigene Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person durchzuführen. Beides lässt sich nicht vom Vorgänger übernehmen und geht nicht mit dem Dossier über.
Verschwiegenheit, Entbindung und die Grenze der Entbindung
Die Verschwiegenheit besteht nach Beendigung des Mandats fort. Für die Abstimmung mit der übernehmenden Stelle braucht es daher die Entbindung des Auftraggebers, und die Bestätigung am Ende dieses Schreibens holt sie ein. Ein unterschriebenes Blatt ist Monate später deutlich belastbarer als die Erinnerung an ein Gespräch.
Es gibt aber eine Grenze, die im Schreiben stehen sollte: Die Offenlegung gegenüber der Aufsicht und der beauftragten Prüfstelle im Rahmen von Sorgfaltspflichtkontrollen beruht auf gesetzlichen Pflichten und nicht auf der Entbindung durch den Auftraggeber. Sie kann deshalb auch nicht durch einen Widerruf der Entbindung ausgeschlossen werden. Wer das nicht sagt, weckt eine Erwartung, die er nicht halten kann.
Ebenso gehört ein Satz zu Meldepflichten hinein: Über eine Meldung an die zuständige Stelle darf der Auftraggeber nicht informiert werden — auch nicht im Rahmen einer Beendigung, und auch nicht auf Nachfrage. Das ist der unangenehmste Satz im Dokument und genau deshalb einer, der nicht fehlen sollte.
Die Abschnitte im Einzelnen
- Richtung des Schreibens
- Beendigung durch den Auftraggeber oder durch das Büro. Alle Abschnitte, die sich unterscheiden — Anliegen, Bitten, Entbindungen, Unterschriften — wechseln automatisch.
- Anliegen und Beendigungszeitpunkt
- Benennt das beendete Mandat, die einbezogenen Auftragsbedingungen und die daraus folgende Frist sowie den Beendigungszeitpunkt.
- Art der Beendigung
- Sofortige Beendigung oder Beendigung nach Abschluss ausdrücklich benannter Arbeiten. Die zweite Wahl blendet eine Liste ein — der einzige Weg, einen Abschluss zuzusagen, ohne dem Beendigungszeitpunkt zu widersprechen.
- Organfunktionen und Rücktritt
- Der Abschnitt, den kein fremdes Muster hat: betroffene Rechtsträger und Funktionen, Aussage zum Rücktritt, und die Feststellung, dass Pflichten und Verantwortung bis zur Bestellung einer Nachfolge und deren Eintragung fortbestehen.
- Leistungen und Stichtag je Leistung
- Je Leistung ein Schalter — Jahresabschluss, Steuererklärung, Mehrwertsteuer, Lohn und Sozialversicherung, Buchhaltung, Domizil- und Verwaltungsdienstleistungen — jeweils mit letzter Periode, Datum und der Feststellung, dass für spätere Perioden nicht eingestanden wird.
- Anstehende Fristen
- Was nach dem Stichtag fällig wird und wer es künftig wahrnimmt, mit dem Hinweis, dass die übernehmende Stelle eine eigene Fristenprüfung vornehmen sollte.
- Vollmachten, Bankberechtigungen und Zugänge
- Aufhebung der Vollmachten und Vertretungen, ausdrücklich einschliesslich der Zeichnungsberechtigungen und E-Banking-Zugänge bei den Banken, sowie Software- und Portalzugänge und eingerichtete Zahlungsaufträge.
- Unterlagen in vier Kategorien
- Unterlagen des Auftraggebers zurück, Arbeitsergebnisse an den Auftraggeber, Arbeitspapiere beim Büro — und die Sorgfaltspflichtdokumentation, die beim Büro verbleibt, weil die Aufsicht darauf zugreifen können muss.
- Offenes Honorar (optional)
- Offener Betrag und Zahlungsfrist, mit der Einstellung der Arbeiten als Weg und nicht dem Zurückbehalten von Unterlagen des Auftraggebers.
- Übergabe, Entbindung und deren Grenze
- Schriftliche Entbindung für die Abstimmung mit der übernehmenden Stelle — mit der ausdrücklichen Klarstellung, dass die Offenlegung gegenüber Aufsicht und Prüfstelle auf gesetzlichen Pflichten beruht und von der Entbindung unabhängig ist.
- Verschwiegenheit, Meldepflichten, Haftung und Recht
- Fortbestand der Verschwiegenheit, das Verbot der Information über eine Meldung, unveränderte Fortgeltung der vereinbarten Haftungsbegrenzungen und liechtensteinisches Recht.
- Empfängerbestätigung
- Unterschriftsblock, der die Entbindung und die Stichtage zu einer Vereinbarung macht und nicht zu einer einseitigen Behauptung.
Worauf es ankommt
Unsere Angaben zum Sorgfaltspflichtrecht und zu den Kontrollen folgen veröffentlichten Hinweisen der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein und nicht einer eigenen Lektüre jeder Gesetzesbestimmung. Prüfen Sie den geltenden Wortlaut, bevor Sie sich darauf verlassen.
Organfunktionen gesondert beenden
Wo das Büro Funktionen in Rechtsträgern wahrnimmt — etwa im Verwaltungsrat, als Repräsentant oder als Zeichnungsberechtigter — sind das eigene Rechtsstellungen mit eigenen Pflichten. Die Beendigung des Dienstleistungsmandats lässt sie unberührt: Es braucht einen Rücktritt, und Pflichten und Verantwortung bestehen bis zur Bestellung einer Nachfolge und deren Eintragung fort. Ein Schreiben ohne diesen Abschnitt lässt die Haftung offen.
Sorgfaltspflichtunterlagen bleiben für die Aufsicht verfügbar
Die Dokumentation, die zur Erfüllung der beruflichen Sorgfaltspflichten angelegt wurde — Identifizierung, Feststellungen zur wirtschaftlich berechtigten Person, Risikoprofil, Abklärungen — dient dem Nachweis gegenüber der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein und der beauftragten Prüfstelle und muss dafür weiterhin vorgehalten werden können. Kopien für die übernehmende Stelle sind eine andere Frage als die Herausgabe des Originals.
FMA Liechtenstein — SorgfaltspflichtkontrollenÜber eine Meldung darf nicht informiert werden
Treuhänder und Mitarbeitende von Treuhandgesellschaften gehören zu den Adressaten des liechtensteinischen Sorgfaltspflichtrechts. Über eine Meldung an die zuständige Stelle darf der Auftraggeber nicht informiert werden — auch nicht im Rahmen einer Beendigung und auch nicht auf ausdrückliche Nachfrage.
FMA Liechtenstein — MeldepflichtenBankberechtigungen bei der Bank selbst ändern
Zeichnungsberechtigungen, Einsichtsrechte und E-Banking-Zugänge des Büros bei den Banken des Rechtsträgers bestehen weiter, bis sie bei der Bank geändert werden. Keine Erklärung im Mandatsverhältnis bewirkt das. In der Praxis ist dies der am häufigsten übersehene Punkt einer Übergabe.
Die Entbindung hat eine Grenze
Die Verschwiegenheit besteht nach Beendigung fort, und für die Abstimmung mit der übernehmenden Stelle ist die Entbindung durch den Auftraggeber nötig. Die Offenlegung gegenüber der Aufsicht und der beauftragten Prüfstelle im Rahmen von Sorgfaltspflichtkontrollen beruht dagegen auf gesetzlichen Pflichten und ist von der Entbindung unabhängig; sie kann durch deren Widerruf nicht ausgeschlossen werden.
Die Identifizierung der übernehmenden Stelle ist ihre eigene
Ist die übernehmende Stelle selbst Sorgfaltspflichtige, hat sie eine eigene Identifizierung des Auftraggebers und eine eigene Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person vorzunehmen. Beides lässt sich nicht vom Vorgänger übernehmen und muss vor Aufnahme der neuen Geschäftsbeziehung abgeschlossen sein.
FMA Liechtenstein — Geldwäschereibekämpfung
So erstellen Sie das Schreiben
- Richtung wählen. Beendigung durch den Auftraggeber oder durch das Büro. Davon hängen Anliegen, Bitten und Entbindungen ab.
- Organfunktionen zuerst klären. Halten Sie fest, welche Funktionen betroffen sind, ob zurückgetreten wird und was für die Nachfolge veranlasst werden muss. Ohne diesen Schritt endet nur das Dienstleistungsverhältnis, nicht die Verantwortung.
- Beteiligte und Beendigungsart eintragen. Absender, Empfänger, Datum, Referenz, sowie sofortige Beendigung oder Abschluss benannter Arbeiten.
- Je Leistung den Stichtag setzen. Letzte bearbeitete Periode und Datum der Einreichung. Anschliessend die anstehenden Fristen auflisten.
- Vollmachten, Bankberechtigungen und Zugänge benennen. Vertretungen bei Behörden und Sozialversicherung, Zeichnungsberechtigungen und E-Banking-Zugänge bei den Banken, Software- und Portalzugänge, eingerichtete Zahlungsaufträge.
- Bestätigung unterschreiben lassen. Als Word- oder PDF-Datei herunterladen, mit Bitte um Unterschrift versenden und die unterschriebene Bestätigung aufbewahren — sie ist die Entbindung für die Übergabe.
Häufige Fragen
Endet meine Organstellung, wenn das Mandat endet?
Nein, und das ist der wichtigste Punkt dieses Schreibens. Wo ein Büro Funktionen in Rechtsträgern wahrnimmt — im Verwaltungsrat, als Repräsentant, als Zeichnungsberechtigter — sind das eigene Rechtsstellungen mit eigenen Pflichten. Die Beendigung des Dienstleistungsmandats lässt sie unberührt: Es braucht einen Rücktritt, und Pflichten und Verantwortung bestehen bis zur Bestellung einer Nachfolge und deren Eintragung fort. Kein deutsches, österreichisches oder schweizerisches Muster hat diesen Abschnitt, weil die Konstellation dort seltener ist.
Muss ich die Sorgfaltspflichtunterlagen herausgeben?
Nicht im Original. Die Dokumentation, die zur Erfüllung der beruflichen Sorgfaltspflichten angelegt wurde — Identifizierung, Feststellungen zur wirtschaftlich berechtigten Person, Risikoprofil, Abklärungen — dient dem Nachweis gegenüber der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein und der beauftragten Prüfstelle und muss dafür weiterhin vorgehalten werden können. Kopien für den Auftraggeber oder die übernehmende Stelle sind eine andere Frage. Unsere Darstellung folgt veröffentlichten Hinweisen der Aufsicht; prüfen Sie den geltenden Wortlaut.
Was passiert mit den Bankberechtigungen?
Sie sind in der Praxis der am häufigsten übersehene Punkt einer Übergabe. Zeichnungsberechtigungen, Einsichtsrechte und E-Banking-Zugänge des Büros bei den Banken des Rechtsträgers bestehen weiter, bis sie bei der Bank selbst geändert werden — keine Erklärung im Mandatsverhältnis bewirkt das. Deshalb fragt dieses Muster eine Aufzählung der Vollmachten und Zugänge ab, statt eine einzige anzunehmen.
Kann ich die Entbindung von der Verschwiegenheit widerrufen?
Für die Abstimmung mit der übernehmenden Stelle brauchen wir Ihre Entbindung, und Sie können darüber entscheiden. Es gibt aber eine Grenze: Die Offenlegung gegenüber der Aufsicht und der beauftragten Prüfstelle im Rahmen von Sorgfaltspflichtkontrollen beruht auf gesetzlichen Pflichten und nicht auf Ihrer Entbindung; sie kann durch deren Widerruf nicht ausgeschlossen werden. Dieses Schreiben sagt das ausdrücklich, weil eine gegenteilige Erwartung nicht erfüllbar wäre.
Welche Leistungen gehen bei einem Wechsel am häufigsten verloren?
Die mit den kürzesten Zyklen. Die Mehrwertsteuerabrechnung, die Lohnzahlungen und die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge folgen festen Terminen, und ein Versäumnis wirkt sofort. Der Jahresabschluss ist der unkritischste Punkt, obwohl über ihn am meisten gesprochen wird. Deshalb arbeitet dieses Muster mit einem Stichtag je Leistung statt mit einem einzigen Beendigungsdatum, und listet die anstehenden Fristen gesondert auf.
Muss das übernehmende Büro die Identifizierung erneut durchführen?
Ja, wenn es selbst Sorgfaltspflichtige ist. Eine eigene Identifizierung des Auftraggebers und eine eigene Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person sind seine eigenen Pflichten, müssen vor Aufnahme der neuen Geschäftsbeziehung abgeschlossen sein und lassen sich nicht vom Vorgänger übernehmen. Auftraggeber gehen häufig davon aus, dass mit dem Dossier auch dieser Teil übergeht — er tut es nicht.
Darf das Büro Unterlagen behalten, solange das Honorar offen ist?
Der vorgesehene Weg ist die Einstellung der Arbeiten nach vorheriger Anzeige. Die vom Auftraggeber beigebrachten Unterlagen gehören ihm, und sie zurückzuhalten, wenn eine Frist ansteht, verschiebt eine Honorardiskussion auf ein Feld, auf dem ein Büro nichts gewinnen kann — in einem beaufsichtigten Berufsstand mehr als ein vertragliches Risiko. Die eigenen Arbeitspapiere bleiben demgegenüber Eigentum des Büros, und die Sorgfaltspflichtdokumentation verbleibt dort ohnehin.
Wie lange müssen Unterlagen nach der Übergabe aufbewahrt werden?
Zwei Ebenen. Der Auftraggeber hat seine Bücher, Aufzeichnungen und Belege nach den für ihn geltenden Vorschriften aufzubewahren; die Fristen richten sich nach seinem Rechtskleid und seiner Tätigkeit und sind im Einzelfall zu prüfen. Das Büro bewahrt sein Dossier nach eigener, beweisgeleiteter Entscheidung auf, wobei die Dokumentationsanforderungen des Sorgfaltspflichtrechts zu beachten sind. Eine kurze Abholfrist ist deshalb kein Grund, etwas zu entsorgen: das Muster stellt der Vernichtung eine Vorankündigung voran.
Ähnliche Vorlagen
Rechtlicher Hinweis
Dieses Muster und die Erläuterungen dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechts- oder Berufsrechtsberatung dar. Unsere Angaben zum Sorgfaltspflichtrecht, zu den Kontrollen und zur Behandlung der Sorgfaltspflichtunterlagen folgen veröffentlichten Hinweisen der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein und nicht einer eigenen Lektüre jeder Gesetzesbestimmung; prüfen Sie den geltenden Wortlaut. Ziehen Sie bei Organfunktionen, Bankberechtigungen oder Streit über Honorar und Unterlagen rechtlichen Beistand hinzu.


