Mahnung mit Fristsetzung bei Vertragsverletzung (Deutschland)
Aktualisiert am 22. August 2026
Wenn die andere Seite nicht leistet, ist das Schreiben, das Sie schicken, kein bloßer Hinweis — es ist in Deutschland ein rechtlich wirksamer Schritt mit mehreren Funktionen gleichzeitig. Eine Mahnung setzt den Schuldner nach § 286 BGB in Verzug und löst damit Verzugszinsen und die Haftung für Verzugsschäden aus. Eine Fristsetzung ist zusätzlich die Voraussetzung dafür, dass Sie später Schadensersatz statt der Leistung nach § 281 BGB verlangen oder nach § 323 BGB vom Vertrag zurücktreten können.
Genau das unterscheidet dieses Schreiben von der Vorlage, die es ersetzt. Jene war als Anwaltsschreiben auf Kanzleibriefkopf verfasst und setzte voraus, dass der Vertrag immer eine Nachfrist vorsieht. Wer selbst schreibt, braucht das Gegenteil: ein Schreiben, das im eigenen Namen funktioniert, Mahnung und Fristsetzung sauber trennt und ausdrücklich sagt, worauf sich die Frist stützt — auf eine Vertragsklausel oder darauf, dass Sie eine angemessene Frist setzen.
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Weitere Angaben
Mahnung mit Fristsetzung
- Datum:
- Von:
- , ,
- An:
- ,
- Verwendete Zustelladresse:
- Zustellweg:
- Vertrag:
- vom , Referenz
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte/r ,
mit diesem Schreiben mahne ich die Erfüllung des oben bezeichneten Vertrags an und setze zugleich eine Frist. Ich schreibe als . Das Schreiben geht an die im Vertrag vorgesehene Zustelladresse auf dem oben genannten Weg.
1. Geschuldete Leistung und Pflichtverletzung
Nach dem Vertrag war folgende Leistung geschuldet: Die Leistung war am fällig.
Tatsächlich ist Folgendes geschehen:
Offener Betrag: . Weiterer Schaden und weitere Kosten, soweit heute bezifferbar:
2. Eigene Vertragstreue
Der Vollständigkeit halber: Sollten Sie der Auffassung sein, dass eine Leistung von uns aussteht, bitte ich um konkrete Angabe in Textform, damit sie geprüft und nicht lediglich pauschal behauptet wird.
3. Mahnung
Ich fordere Sie hiermit auf, die geschuldete Leistung zu erbringen. Diese Aufforderung ist eine Mahnung; mit ihrem Zugang befinden Sie sich, soweit dies nicht bereits aufgrund der kalendermäßig bestimmten Leistungszeit der Fall ist, in Verzug.
4. Fristsetzung
Ich verlange:
Nach der Regelung „" des Vertrags steht Ihnen eine Frist zur Nacherfüllung zu. Ich setze Ihnen entsprechend dieser Regelung eine Frist bis zum .
Nach erfolglosem Ablauf dieser Frist werde ich Folgendes geltend machen: . Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die Fristsetzung zu diesem Zweck erfolgt.
5. Verzugszinsen
Ich mache Verzugszinsen nach § 288 BGB geltend: bei Beteiligung eines Verbrauchers fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, bei einer Entgeltforderung aus einem Rechtsgeschäft ohne Verbraucherbeteiligung neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz zuzüglich der Pauschale von 40 Euro. Zur Beteiligung eines Verbrauchers: .
6. Anlagen
Beigefügt oder als Anhang übermittelt: Sollten Sie für Ihre Antwort weitere Unterlagen benötigen, teilen Sie mir das bitte umgehend mit; die Unterlagen, auf die Sie sich stützen, bitte ich Ihrer Antwort beizufügen.
7. Gesprächsangebot
Mir ist an einer Lösung ohne gerichtliches Verfahren gelegen. Ich bin bereit, die Sache in einem Gespräch oder in einer Mediation zu klären. Bitte teilen Sie mir in Ihrer Antwort mit, ob Sie dazu bereit sind und welche Form Sie vorschlagen.
8. Rechtsvorbehalt
Die Gewährung der Frist, jede Erörterung und jedes Zuwarten bedeuten keinen Verzicht auf Rechte. Alle Rechte und Ansprüche aus dem Vertrag und aus dem Gesetz bleiben ausdrücklich vorbehalten, insbesondere Rücktritt, Kündigung, Zurückbehaltung, Schadensersatz, Zinsen und Kosten.
9. Antwort
Bitte antworten Sie in Textform bis zum an und teilen mit, was Sie bis wann veranlassen. Erhalte ich bis zu diesem Datum keine inhaltliche Antwort, gehe ich nach dem oben Gesagten vor.
Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift
Datum:
Mahnung, Fristsetzung, Rücktritt — drei Wirkungen, ein Schreiben
Die Mahnung ist die eindeutige Aufforderung zu leisten. Sie begründet nach § 286 BGB Verzug, sofern die Leistung fällig ist. Verzug ist die Voraussetzung für Verzugszinsen und für den Ersatz des Verzugsschadens — bei einer nach dem Kalender bestimmten Leistungszeit tritt er auch ohne Mahnung ein, weshalb dieses Schreiben nach dem vereinbarten Termin fragt.
Die Fristsetzung ist etwas anderes und wird oft mit der Mahnung verwechselt. Sie ist nach § 281 BGB die Voraussetzung für Schadensersatz statt der Leistung und nach § 323 BGB für den Rücktritt. Die Frist muss angemessen sein; zu kurz gesetzt, wird sie regelmäßig in eine angemessene Frist umgedeutet, aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Diese Vorlage setzt beides in einem Schreiben und benennt die Fristfolge ausdrücklich, damit später klar ist, was angedroht war.
Verzugszinsen: 5 oder 9 Prozentpunkte, plus 40 Euro
§ 288 BGB unterscheidet: Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Bei Entgeltforderungen aus Rechtsgeschäften, an denen kein Verbraucher beteiligt ist, beträgt er neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Hinzu kommt in diesem Fall eine Pauschale von 40 Euro, die auf einen geschuldeten Schadensersatz angerechnet wird, soweit dieser in Kosten der Rechtsverfolgung besteht.
Diese Zahlen gehören in das Schreiben, weil sie die Kosten des Weiterwartens für den Schuldner sichtbar machen. Diese Vorlage fragt deshalb, ob es ein Geschäft zwischen Unternehmern ist, und formuliert den Zinsanspruch entsprechend — statt eine Zahl aus einer englischen Vorlage zu übernehmen, die hier nicht passt.
Verjährung und das gerichtliche Mahnverfahren
Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nach § 195 BGB drei Jahre und beginnt nach § 199 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den Umständen Kenntnis hatte. Ein Mahnschreiben hemmt die Verjährung nicht. Wer im Dezember merkt, dass eine Forderung aus dem dritten Jahr offen ist, hat kein Zeitproblem in Wochen, sondern in Tagen.
Für unstreitige Geldforderungen ist der nächste Schritt oft das gerichtliche Mahnverfahren: ein Antrag auf Mahnbescheid, der die Verjährung hemmt und im unbestrittenen Fall zu einem Vollstreckungsbescheid führt, ohne dass eine Klage nötig ist. Diese Vorlage weist darauf hin und enthält eine optionale Ankündigung, damit der Schuldner weiß, was folgt.
Was Sie nicht verlieren wollen
Zwei Punkte kosten in der Praxis Geld. Erstens die Form: Sieht der Vertrag eine bestimmte Adresse oder Form für Mitteilungen vor, ist sie einzuhalten, und der Zugang sollte belegbar sein — Einwurf-Einschreiben, Boten mit Zustellnachweis oder E-Mail mit gesicherter Zustellbestätigung. Der Zugang, nicht die Absendung, ist maßgeblich.
Zweitens der Rechtsvorbehalt: Ein Satz, dass die Gewährung der Frist keinen Verzicht auf Rechte bedeutet, kostet nichts und verhindert den Streit darüber, ob Sie durch Zuwarten etwas aufgegeben haben. Und schließlich: Schreiben Sie im eigenen Namen. Ein Schreiben, das den Eindruck eines Anwaltsschreibens erweckt, ohne dass ein Anwalt mandatiert ist, ist ein vermeidbares Risiko.
Der Aufbau des Schreibens
- Betreff und Rolle
- Bezeichnet das Schreiben als Mahnung mit Fristsetzung und hält fest, ob die Partei selbst oder ein Anwalt schreibt.
- Absender und Empfänger
- Ihre Angaben und die im Vertrag vorgesehene Zustelladresse, nicht nur der gewohnte E-Mail-Kontakt.
- Bezeichnung des Vertrags
- Vertragsname, Datum und Referenz, damit kein Zweifel besteht, welcher Vertrag gemeint ist.
- Zustellungsangabe
- Wie das Schreiben übermittelt wurde, damit der Zugang später nachweisbar ist.
- Sachverhalt und Pflichtverletzung
- Die geschuldete Leistung, der Fälligkeitstermin, was tatsächlich geschehen ist und der bisherige Schaden.
- Eigene Vertragstreue
- Kurzer Hinweis auf die eigene Leistung — der Einwand, man habe selbst nicht geleistet, kommt regelmäßig zuerst.
- Mahnung
- Die eindeutige Aufforderung zu leisten, die den Verzug begründet.
- Fristsetzung und Fristfolge
- Angemessene Frist mit ausdrücklicher Angabe, was nach Fristablauf geltend gemacht wird.
- Verzugszinsen und Pauschale
- Zinssatz je nach Verbraucher- oder Unternehmergeschäft, gegebenenfalls mit der Pauschale von 40 Euro.
- Ankündigung weiterer Schritte
- Optional. Hinweis auf gerichtliches Mahnverfahren oder Klage.
- Rechtsvorbehalt
- Die Fristgewährung ist kein Verzicht auf Rechte.
- Antwortfrist
- Ansprechpartner und Datum, damit Schweigen eine dokumentierte Entscheidung ist.
Checkliste Deutschland
Mahnung setzt in Verzug
Der Schuldner kommt durch Mahnung nach Eintritt der Fälligkeit in Verzug; bei kalendermäßig bestimmter Leistungszeit tritt Verzug auch ohne Mahnung ein.
§ 286 BGBFristsetzung ist Voraussetzung für Schadensersatz statt der Leistung
§ 281 BGB verlangt grundsätzlich den erfolglosen Ablauf einer angemessenen Frist zur Leistung oder Nacherfüllung.
§ 281 BGBFristsetzung ist Voraussetzung für den Rücktritt
Der Rücktritt vom Vertrag setzt nach § 323 BGB grundsätzlich eine erfolglose Fristsetzung voraus.
§ 323 BGBDen richtigen Zinssatz nennen
Fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, bei Entgeltforderungen ohne Verbraucherbeteiligung neun Prozentpunkte, zusätzlich eine Pauschale von 40 Euro.
§ 288 BGBVerjährung im Blick behalten
Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres der Entstehung und Kenntnis. Ein Mahnschreiben hemmt die Verjährung nicht.
§§ 195, 199 BGBVertragliche Form für Mitteilungen einhalten
Sieht der Vertrag eine bestimmte Adresse, Form oder einen Kopieempfänger vor, ist das einzuhalten; entscheidend ist der Zugang, nicht die Absendung.
Nicht wie ein Anwaltsschreiben auftreten
Schreiben Sie im eigenen Namen, solange kein Anwalt mandatiert ist. Ein Schreiben, das den Eindruck anwaltlicher Vertretung erweckt, ist ein vermeidbares Risiko.
So füllen Sie das Schreiben aus
- Vertrag und Zustellweg prüfen. Die im Vertrag vorgesehene Adresse und Form für Mitteilungen heraussuchen und verwenden.
- Sachverhalt eintragen. Geschuldete Leistung, Fälligkeitstermin, tatsächlicher Ablauf und bisheriger Schaden.
- Frist bestimmen. Vertragliche Nachfrist verwenden, falls vorhanden; andernfalls eine angemessene Frist setzen und das ausdrücklich sagen.
- Zinsen wählen. Angeben, ob ein Verbraucher beteiligt ist, damit der richtige Zinssatz und gegebenenfalls die Pauschale genannt werden.
- Weitere Schritte ankündigen. Falls gewünscht, das gerichtliche Mahnverfahren oder eine Klage ankündigen.
- Nachweisbar versenden. Herunterladen, mit Zustellnachweis versenden, Nachweis aufbewahren und die Frist notieren.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mahnung und Fristsetzung?
Die Mahnung ist die eindeutige Aufforderung zu leisten; sie begründet nach § 286 BGB Verzug und damit Verzugszinsen und die Haftung für Verzugsschäden. Die Fristsetzung ist die Voraussetzung dafür, dass Sie später Schadensersatz statt der Leistung nach § 281 BGB verlangen oder nach § 323 BGB zurücktreten können. Beides kann in einem Schreiben erfolgen — es sollte aber getrennt formuliert und die Fristfolge ausdrücklich benannt sein.
Wie lang muss die Frist sein?
Angemessen im Hinblick auf die geschuldete Leistung. Sieht der Vertrag eine Nachfrist vor, verwenden Sie diese. Andernfalls sind bei üblichen Geschäftsvorfällen 10 bis 14 Tage ein praktischer Ausgangspunkt, bei aufwendigen Leistungen länger. Eine zu kurze Frist wird häufig in eine angemessene umgedeutet, aber darauf sollten Sie sich nicht verlassen.
Welche Verzugszinsen kann ich verlangen?
Fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Handelt es sich um eine Entgeltforderung aus einem Rechtsgeschäft, an dem kein Verbraucher beteiligt ist, sind es neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, zusätzlich eine Pauschale von 40 Euro, die auf Rechtsverfolgungskosten angerechnet wird. Diese Vorlage fragt nach der Beteiligung eines Verbrauchers und formuliert entsprechend.
Hemmt eine Mahnung die Verjährung?
Nein. Die regelmäßige Verjährung von drei Jahren beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und Sie Kenntnis hatten — und außergerichtliche Schreiben halten sie nicht auf. Hemmen können unter anderem Verhandlungen, ein Antrag auf Mahnbescheid oder eine Klage. Wenn das Jahresende naht und der Anspruch alt ist, gehört das in anwaltliche Hände, nicht in eine weitere Mahnung.
Was ist das gerichtliche Mahnverfahren?
Ein vereinfachtes Verfahren für Geldforderungen: Sie beantragen einen Mahnbescheid, das Gericht stellt ihn zu, und wenn der Schuldner nicht widerspricht, führt es über den Vollstreckungsbescheid zu einem vollstreckbaren Titel — ohne Klage. Der Antrag hemmt außerdem die Verjährung. Für unstreitige offene Rechnungen ist das häufig der sinnvollere nächste Schritt als eine dritte Mahnung.
Brauche ich einen Anwalt?
Für dieses Schreiben nicht — eine Partei kann selbst mahnen und Fristen setzen. Anwaltliche Hilfe ist sinnvoll, wenn es um erhebliche Beträge geht, der Sachverhalt streitig ist, ein Rücktritt oder eine Kündigung im Raum steht oder die Verjährung nahe ist. Was Sie nicht tun sollten: ein selbst geschriebenes Schreiben wie ein Anwaltsschreiben aussehen lassen.
Wie versende ich das Schreiben?
So, wie der Vertrag es vorsieht, und so, dass der Zugang nachweisbar ist. Einwurf-Einschreiben, Bote mit Zustellnachweis oder E-Mail mit aufbewahrter Zustellbestätigung sind praktikabel. Entscheidend ist der Zugang beim Empfänger, nicht die Absendung — und genau darüber wird gestritten, wenn kein Nachweis existiert.
Ähnliche Vorlagen
Rechtlicher Hinweis
Diese Vorlage und die Erläuterungen sind allgemeine Informationen zur Praxis in Deutschland und keine Rechtsberatung; niemand hat Ihren Fall geprüft. Verjährungsfristen, Rücktritts- und Kündigungsrechte verzeihen keine Fehler — bei nennenswerten Beträgen holen Sie anwaltlichen Rat ein, bevor Sie sich auf dieses Schreiben verlassen.


