Mehrwertsteuer Rechner Deutschland

MwSt einfach hinzurechnen oder herausrechnen. Für den Regelsteuersatz (19 %) und den ermäßigten Satz (7 %).

Mehrwertsteuer in Deutschland — Alles Wissenswerte

Die Mehrwertsteuer (MwSt) – offiziell Umsatzsteuer (USt) – ist eine allgemeine Verbrauchsteuer, die auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen in Deutschland erhoben wird. Der Regelsteuersatz beträgt 19 %, der ermäßigte Steuersatz 7 %. Die Steuer wird beim Endverbraucher eingezogen; Unternehmen führen sie an das Finanzamt ab und können die gezahlte Vorsteuer gegenrechnen.

Mit diesem kostenlosen MwSt-Rechner können Sie den Bruttobetrag aus einem Nettobetrag berechnen (MwSt aufschlagen) oder den Nettobetrag und die enthaltene Steuer aus einem Bruttobetrag ermitteln (MwSt herausrechnen).

So verwenden Sie den MwSt-Rechner

  1. Wählen Sie den Modus: „MwSt aufschlagen" (Netto → Brutto) oder „MwSt herausrechnen" (Brutto → Netto).
  2. Geben Sie den Betrag in Euro (€) ein.
  3. Wählen Sie den Steuersatz: 19 % (Regelsteuersatz) oder 7 % (ermäßigter Satz).
  4. Klicken Sie auf „Berechnen". Nettobetrag, MwSt-Betrag und Bruttobetrag werden sofort angezeigt.
  5. Klicken Sie auf „Kopieren", um einen Wert in die Zwischenablage zu übernehmen.

Rechenbeispiele

MwSt +

MwSt aufschlagen (19 %): 100,00 € netto × 1,19 = 119,00 € brutto. MwSt-Betrag: 19,00 €.

MwSt

MwSt herausrechnen (19 %): 119,00 € brutto ÷ 1,19 = 100,00 € netto. Enthaltene MwSt: 19,00 €.

Geschichte der deutschen Mehrwertsteuersätze

DateRateNote
Jan 196810 %Einführung der Mehrwertsteuer in Deutschland
Jan 197812 %Erhöhung des Regelsteuersatzes
Jul 197913 %Weitere Erhöhung
Jul 198314 %Anhebung auf 14 %
Jan 199315 %Erhöhung nach der Wiedervereinigung
Apr 199816 %Erhöhung zur Haushaltssanierung
Jan 200719 %Anhebung auf den aktuellen Regelsteuersatz
Jul–Dez 202016 % / 5 %Befristete Senkung wegen COVID-19
Jan 202119 % / 7 %Rückkehr zu den regulären Sätzen

Umsatzsteuer-Registrierungspflicht 2025

In Deutschland gilt die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG): Unternehmer mit einem Vorjahresumsatz bis 22.000 € und einem erwarteten Umsatz im laufenden Jahr bis 50.000 € sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Ab 2025 wurden diese Schwellen auf 25.000 € (Vorjahr) und 100.000 € (laufendes Jahr) angehoben.

Kleinunternehmer stellen Rechnungen ohne Umsatzsteuerausweis aus, dürfen jedoch keine Vorsteuer geltend machen. Wer die Regelbesteuerung bevorzugt, kann freiwillig optieren, ist dann aber für fünf Jahre daran gebunden.

Umsatzsteuervoranmeldung und Jahreserklärung

Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer müssen Umsatzsteuervoranmeldungen (UStVA) beim zuständigen Finanzamt einreichen – in der Regel monatlich (Vorjahresschuld über 7.500 €) oder vierteljährlich (Vorjahresschuld 1.000–7.500 €). Die Abgabe erfolgt elektronisch über ELSTER.

Zusätzlich ist eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres einzureichen (bei Steuerberater-Vertretung verlängerte Frist). Unternehmen, die innerhalb der EU Waren liefern oder beziehen, müssen außerdem Zusammenfassende Meldungen (ZM) abgeben.

Häufige Fragen zur Mehrwertsteuer in Deutschland

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Deutschland?
Der Regelsteuersatz beträgt 19 %. Für bestimmte Waren und Dienstleistungen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 % — darunter Lebensmittel, Bücher, Zeitungen, Fahrkarten für den Nahverkehr und kulturelle Veranstaltungen. Für Ausfuhren und innergemeinschaftliche Lieferungen gilt der Nullsatz (0 %).
Wie rechne ich die MwSt aus einem Bruttobetrag heraus?
Um die enthaltene MwSt aus einem Bruttobetrag zu ermitteln, teilen Sie den Bruttobetrag durch 1,19 (bei 19 %) bzw. 1,07 (bei 7 %). Beispiel: 238 € brutto ÷ 1,19 = 200 € netto; enthaltene MwSt = 38 €. Dieser Rechner erledigt das für Sie automatisch.
Was ist der Unterschied zwischen MwSt und USt?
MwSt (Mehrwertsteuer) und USt (Umsatzsteuer) bezeichnen dieselbe Steuer. „Umsatzsteuer" ist der offizielle steuerrechtliche Begriff, „Mehrwertsteuer" die umgangssprachliche Bezeichnung sowie der EU-Oberbegriff. Auf Rechnungen finden sich beide Formulierungen.
Ab wann muss ich in Deutschland Umsatzsteuer abführen?
Die Pflicht zur Umsatzsteuer entsteht, sobald Ihr Umsatz im Vorjahr 25.000 € übersteigt oder im laufenden Jahr voraussichtlich 100.000 € überschreiten wird (neue Schwellen ab 2025). Unterhalb dieser Grenzen können Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen.
Kann ich als Unternehmer die MwSt zurückfordern?
Ja. Als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer können Sie die auf Eingangsleistungen (Einkäufe, Betriebsausgaben) gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Der Vorsteuerabzug setzt eine ordnungsgemäße Rechnung nach § 14 UStG voraus.
Welche Angaben sind auf einer deutschen Rechnung Pflicht?
Eine ordnungsgemäße Rechnung muss enthalten: vollständige Namen und Anschriften beider Parteien, Steuernummer oder USt-IdNr. des Ausstellers, Rechnungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Art der Leistung, Nettobetrag, Steuersatz, Steuerbetrag sowie Bruttobetrag. Bei Kleinbetragsrechnungen bis 250 € gelten vereinfachte Anforderungen.
Was ist eine USt-IdNr. und wann brauche ich sie?
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) beginnt mit „DE" und wird für innergemeinschaftliche Geschäfte benötigt. Sie erhalten sie beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Bei Lieferungen oder Leistungen an EU-Unternehmen aus anderen Mitgliedstaaten ermöglicht sie die Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens.
Was bedeutet Reverse Charge?
Beim Reverse-Charge-Verfahren (Umkehrung der Steuerschuldnerschaft) wird die Umsatzsteuerpflicht auf den Leistungsempfänger übertragen. Es gilt u. a. bei grenzüberschreitenden B2B-Dienstleistungen innerhalb der EU, bei Bauleistungen sowie bei bestimmten Lieferungen wie Schrott oder Mobiltelefonen.