Gegenseitiger Vertrag: Bedeutung und Muster (Schweiz)

Aktualisiert am 14. August 2026

"Bilateral" oder "gegenseitig" ist eine rechtliche Kategorie, kein bestimmtes Dokument: Sie beschreibt jeden Vertrag, bei dem beide Seiten sich zu einer Leistung verpflichten — etwa die Pflicht zur Zahlung im Austausch gegen die Pflicht zur Lieferung einer Ware oder Erbringung einer Leistung. Das trifft auf die meisten Verträge zu. Das Gegenstück ist ein einseitiger Vertrag, bei dem nur eine Partei eine Leistungspflicht übernimmt.

Die weit verbreitete US-Vorlage macht aus der Begriffsanfrage einen einzigen, dünnen Kaufvertrag mit fest vorgegebener Käufer/Verkäufer-Struktur, ohne Kündigungs- oder Rechtsbehelfsregelung ausser dem Zurückbehalten der Lieferung, und mit einer fehlerhaften Zinsklausel. Wenn Sie tatsächlich einen Vertrag für einen bestimmten Zweck brauchen — Kauf, Dienstleistung, Tausch, Miete — nutzen Sie die passende Vorlage dafür; sie passt besser, und diese Seite verlinkt jede davon. Diese Seite erklärt den Begriff und bietet ein allgemeines Vertragsmuster für den Fall, dass keine speziellere Vorlage passt.

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Allgemeiner Vertrag

Dieser Vertrag wird am zwischen ("Partei A") und ("Partei B") geschlossen.

1. Vertragsgegenstand

Dieser Vertrag betrifft Folgendes: .

2. Vergütung

Partei A zahlt Partei B bis zum per .

3. Lieferung oder Leistung

4. Verzugszinsen

Auf einen bei Fälligkeit nicht gezahlten Betrag fallen ab dem Fälligkeitsdatum bis zur Zahlung Zinsen in Höhe von % pro Jahr an.

5. Vertragsverletzung und Nachfrist

Verletzt eine Partei diesen Vertrag wesentlich, setzt die andere Partei schriftlich eine Nachfrist von Tagen zur Behebung.

6. Rücktritt

Wird eine wesentliche Vertragsverletzung nicht innerhalb der oben genannten Frist behoben, kann die nicht verletzende Partei von diesem Vertrag zurücktreten und jeden gesetzlich zustehenden Rechtsbehelf, einschliesslich Schadenersatz, geltend machen.

7. Höhere Gewalt

Keine Partei haftet für Verzögerung oder Nichterfüllung (ausser bei bereits fälligen Zahlungspflichten), die durch ein Ereignis ausserhalb ihres angemessenen Einflussbereichs verursacht wird, einschliesslich höherer Gewalt, Krieg, behördlicher Anordnungen oder Arbeitskampfmassnahmen.

8. Schlussbestimmungen

Dieser Vertrag unterliegt dem Recht von , stellt die gesamte Vereinbarung zwischen den Parteien dar und kann nur schriftlich mit Zustimmung beider Parteien geändert werden. Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleiben die übrigen Bestimmungen davon unberührt.

Partei A

Datum:

Partei B

Datum:

Gegenseitiger Vertrag im schweizerischen Recht — ohne consideration-Doktrin

Das Obligationenrecht (OR) unterscheidet zwischen einseitigen Verträgen (etwa Schenkung) und zweiseitigen Verträgen (etwa Kauf- oder Auftragsvertrag), bei denen sich Leistung und Gegenleistung im Austauschverhältnis gegenüberstehen. Ein Vertrag kommt nach Art. 1 OR durch übereinstimmende gegenseitige Willensäusserung der Parteien zustande; anders als im englischen common law kennt das schweizerische Recht keine consideration-Doktrin, die eine Gegenleistung zur Wirksamkeit verlangt. Ein Schenkungsversprechen bedarf allerdings nach Art. 243 Abs. 1 OR der einfachen Schriftform, solange es nicht durch sofortige Übergabe bereits als Handschenkung vollzogen wird — eine deutlich schlankere Formvorschrift als eine notarielle Beurkundung.

Eine Begriffsanfrage braucht Verweise, kein dünnes Einzeldokument

Wer nach "gegenseitiger Vertrag" oder "zweiseitiger Vertrag" sucht, will oft die Bedeutung des Begriffs verstehen oder eine allgemeine Vertragsvorlage finden, weil die passende noch nicht gefunden wurde. Diese Seite beantwortet die Begriffsfrage direkt und verweist auf die passende Familie: Kaufvertrag, Auftragsvertrag, Tauschvertrag oder Vertragsänderung — jede davon ist im rechtlichen Sinn ein zweiseitiger Vertrag, für ihren jeweiligen Gegenstand ausgearbeitet statt allgemein gehalten.

Wer dennoch einen allgemeinen Vertrag braucht, braucht echte Rechtsbehelfe

Die einzige Folge einer Nichtzahlung in der freien Vorlage ist, dass der Verkäufer die Lieferung zurückhalten darf — keine Nachfrist, kein Rücktrittsrecht, kein Schadenersatz und eine Zinsklausel mit Prozentzeichen ohne Zeitbezug. Das nachfolgende allgemeine Vertragsmuster behebt das: eine festgelegte Nachfrist, ein Rücktrittsrecht bei nicht behobener wesentlicher Vertragsverletzung und ein klar bezifferter Jahreszins.

Die Klauseln erklärt (allgemeines Vertragsmuster)

Parteien und Vertragsgegenstand
Benennt beide Parteien und konkretisiert den Vertragsgegenstand, statt ihn offenzulassen.
Vergütung
Der zu zahlende Betrag, die Fälligkeit und die Zahlungsart.
Lieferung oder Leistung
Wann und wie die nicht-monetäre Seite des Austauschs erbracht wird.
Verzugszinsen
Ein klar bezifferter Jahreszins, der bei Zahlungsverzug anfällt.
Vertragsverletzung und Nachfrist
Eine festgelegte Nachfrist, bevor eine Partei wegen Vertragsverletzung der anderen zurücktreten kann.
Rücktritt
Das Rücktrittsrecht bei nicht behobener wesentlicher Vertragsverletzung und die Folgen für bereits erbrachte Leistungen.
Höhere Gewalt
Entschuldigt Verzögerungen durch Ereignisse ausserhalb der Kontrolle einer Partei, nicht aber bereits fällige Zahlungspflichten.
Schlussbestimmungen
Vollständigkeit der Vereinbarung, Salvatorische Klausel, Schriftformerfordernis, Mitteilungen und anwendbares Recht.

Hinweise (Schweiz)

Dies ist ein allgemeines Vertragsmuster, kein Ersatz für eine spezielle Vertragsart, wenn eine solche existiert.

  • Passende spezielle Vorlage nutzen

    Kaufvertrag, Auftragsvertrag, Mietvertrag, Tauschvertrag und Vertragsänderung sind allesamt zweiseitige Verträge mit eigenen Standardklauseln — nutzen Sie die passende Vorlage für den jeweiligen Gegenstand statt dieses allgemeine Muster, wenn eine spezielle Vorlage existiert.

  • Schenkungsversprechen brauchen einfache Schriftform

    Ein Schenkungsversprechen bedarf nach Art. 243 Abs. 1 OR der einfachen Schriftform, solange es nicht durch sofortige Übergabe bereits als Handschenkung vollzogen wird — eine notarielle Beurkundung ist dafür nicht nötig, ausser wenn Grundstücke Gegenstand der Schenkung sind.

    help.ch — Art. 243 OR Schenkungsversprechen

So verwenden Sie diese Vorlage

  1. Erst prüfen, ob eine speziellere Vorlage passt. Handelt es sich um Kauf, Auftrag, Miete oder Tausch, nutzen Sie die passende Vorlage — sie ist für den jeweiligen Gegenstand ausgearbeitet.
  2. Vertragsgegenstand konkret beschreiben. Geben Sie genau an, wozu sich jede Partei verpflichtet — lassen Sie es nicht als Platzhalter stehen.
  3. Zahlungs- und Lieferbedingungen festlegen. Tragen Sie Betrag, Fälligkeit, Zahlungsart und Liefer- oder Leistungsbedingungen ein.
  4. Nachfrist und Zinssatz festlegen. Tragen Sie ein, wie lange eine Partei zur Nachbesserung Zeit hat, und den Verzugszinssatz.
  5. Unterschreiben und herunterladen. Beide Parteien unterschreiben, dann laden Sie eine saubere Word- oder PDF-Datei herunter — ohne Anmeldung, ohne Wasserzeichen.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet gegenseitiger (zweiseitiger) Vertrag einfach erklärt?

Ein Vertrag, bei dem sich beide Seiten zu einer Leistung verpflichten — die meisten Verträge sind zweiseitig. Das Gegenstück ist ein einseitiger Vertrag, bei dem nur eine Partei eine Leistungspflicht übernimmt.

Braucht das schweizerische Recht eine Gegenleistung wie die englische consideration?

Nein — ein Vertrag kommt nach Art. 1 OR durch übereinstimmende Willensäusserung zustande, unabhängig von einer Gegenleistung. Ein Schenkungsversprechen bedarf allerdings der einfachen Schriftform.

Braucht ein Schenkungsversprechen einen Notar?

In der Regel nicht — nach Art. 243 Abs. 1 OR genügt die einfache Schriftform, sofern nicht Grundstücke Gegenstand der Schenkung sind. Wird die Sache sofort übergeben (Handschenkung), ist gar keine Form nötig.

Brauche ich diese allgemeine Vorlage oder eine speziellere?

Fast immer eine speziellere. Geht es um Kauf, Beauftragung, Vermietung oder Tausch, nutzen Sie die entsprechende Vorlage — sie ist für den jeweiligen Gegenstand und die relevanten Rechtsfragen ausgearbeitet.

Was passiert, wenn eine Partei nicht rechtzeitig zahlt?

Nach diesem Muster fallen Verzugszinsen zum vereinbarten Satz an, und wird der Verzug nicht innerhalb der festgelegten Nachfrist behoben, kann die andere Partei wegen wesentlicher Vertragsverletzung vom Vertrag zurücktreten.

Kann diese Vorlage für einen Konsumentenvertrag genutzt werden?

Sie ist als allgemeiner gewerblicher Vertrag formuliert. Ein Konsumentenvertrag kann zusätzlichen gesetzlichen Schutzvorschriften unterliegen, die dieses allgemeine Muster nicht abdeckt — nutzen Sie dafür eine konsumentenspezifische Vorlage oder rechtliche Beratung.

Ähnliche Vorlagen

Rechtlicher Hinweis

Diese Vorlage und Anleitung dienen ausschliesslich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Dies ist ein allgemeines Vertragsmuster; für die meisten gängigen Geschäfte existiert eine speziellere Vorlage, die stattdessen genutzt werden sollte. Prüfen Sie, ob eine besondere Form für Ihren Vertragsgegenstand erforderlich ist, bevor Sie sich auf dieses Muster verlassen.