Dach berechnen

Berechnen Sie die Dachfläche aus Grundfläche und Dachneigung sowie die geschätzten Materialkosten für Ihr Dach.

Dachrechner: Dachfläche, Material und Kosten

Ein Dachrechner verwandelt zwei einfache Angaben — die Grundfläche Ihres Gebäudes und die Dachneigung — in die Zahl, auf die es beim Materialkauf wirklich ankommt: die geneigte Dachfläche. Die meisten fangen damit an, Länge und Breite des Hauses zu messen, doch ein Dach ist nie so klein wie die Grundfläche, die es überdeckt. Weil ein geneigtes Dach schräg steht, ist seine tatsächliche Oberfläche immer größer als die ebene Grundfläche darunter — und je steiler die Neigung, desto größer dieser Unterschied.

Dieser Rechner übernimmt diesen Schritt automatisch. Geben Sie Länge und Breite Ihres Gebäudes ein, wählen Sie die Dachneigung (angegeben so, wie Dachdecker tatsächlich rechnen, als Steigung pro 12 Einheiten horizontaler Ausladung), wählen Sie ein Dachmaterial und legen Sie einen Verschnittzuschlag für Zuschnitte und Überlappungen fest. Das Ergebnis: die geneigte Dachfläche, die Gesamtfläche inklusive Verschnitt sowie die geschätzten Materialkosten — alles, was Sie brauchen, bevor Sie einen Baustoffhändler oder Dachdecker um ein Angebot bitten.

Anders als ein reiner Geometrierechner erlaubt dieses Tool auch den Wechsel zwischen Asphalt-/Bitumenschindeln, Metalldeckung, Ton- oder Betondachziegeln und Flachdach-Membran — jeweils mit einem realistischen Preis pro Fläche, sodass die Schätzung das tatsächlich geplante Material widerspiegelt und nicht eine einzige generische Pauschalzahl.

So nutzen Sie den Dachrechner

  1. Geben Sie Länge und Breite Ihres Gebäudes ein (die Grundfläche) und wählen Sie die Längeneinheit.
  2. Geben Sie die Dachneigung als Steigung pro 12 Einheiten Ausladung an — ein "6-zu-12"-Dach steigt beispielsweise um 6 Einheiten für je 12 Einheiten horizontaler Ausladung. So wird die Neigung in Plänen und von Materialhändlern üblicherweise angegeben.
  3. Wählen Sie das Dachmaterial — Asphalt-/Bitumenschindeln, Metalldeckung, Ton-/Betondachziegel oder Membran — jedes mit einem realistischen, unterschiedlichen Preis pro Quadratmeter fertiger Dachfläche.
  4. Legen Sie einen Verschnittzuschlag fest (5–20 %, standardmäßig 10 %) für Zuschnitte, Verschnitt und das zusätzliche Material, das Grate, Kehlen und Firste immer verbrauchen.
  5. Lesen Sie die Grundfläche, die geneigte Dachfläche, die Gesamtfläche inklusive Verschnitt sowie die geschätzten Materialkosten ab.

Die Mathematik: von der Grundfläche zur tatsächlichen Dachfläche

Ein in einem beliebigen Winkel geneigtes Dach bedeckt mehr Fläche als die ebene Grundfläche darunter — das Kippen einer Ebene vergrößert ihre Fläche immer im Vergleich zu ihrem "Schatten" auf dem Boden. Der Zusammenhang ist rein trigonometrisch: Dachfläche = Grundfläche ÷ cos(Dachneigungswinkel). Da der Kosinus des Winkels mit steilerer Neigung kleiner wird, macht die Division die Dachfläche immer größer als die Grundfläche — nie kleiner.

Der Rechner rechnet zunächst Ihre Neigungsangabe "Steigung pro 12" in einen Winkel in Grad um, mit Winkel = arctan(Steigung ÷ Ausladung). Anschließend berechnet er den Neigungsfaktor als 1 ÷ cos(Winkel) — diese eine Zahl zeigt genau, um wie viel größer die tatsächliche Dachfläche im Vergleich zur Grundfläche ist. Eine Neigung von 6 zu 12 (rund 26,6°) ergibt einen Neigungsfaktor von etwa 1,118, das heißt, die Dachfläche ist rund 11,8 % größer als die Grundfläche. Eine steilere Neigung von 12 zu 12 (45°) ergibt einen Faktor von etwa 1,414 — das Dach ist über 41 % größer als die Grundfläche.

Rechenbeispiel: Ein rechteckiges Haus mit 10 m x 8 m hat eine Grundfläche von 80 m². Bei einer Dachneigung von 6 zu 12 (26,57°, Neigungsfaktor 1,118) beträgt die geneigte Dachfläche 80 × 1,118 ≈ 89,4 m². Mit einem Verschnittzuschlag von 10 % für Zuschnitte und Überlappungen steigt die gesamte Materialfläche auf etwa 98,4 m². Bei einem Preis für Bitumenschindeln von etwa 33 €/m² (Material und Arbeit) ergeben sich geschätzte Kosten von rund 3.250 €.

Diese Formel geht von einem einfachen Sattel- oder Pultdach aus. Reale Dächer mit Graten, Kehlen, Gauben oder mehreren Dachflächen benötigen mehr Fläche, als diese einfache Berechnung aus Grundfläche und Neigung liefert — siehe die Tipps weiter unten, wie Sie das ausgleichen.

Typische Materialverbräuche und Kostenfaktoren bei Dacheindeckungen

  • Asphalt-/Bitumenschindeln: die häufigste Wohnhaus-Dacheindeckung in Nordamerika; verkauft in "Squares" (Einheiten von 100 ft² / ≈9,3 m²) oder nach m²; mittlere Material- und Arbeitskosten, moderate Lebensdauer von etwa 20–30 Jahren.
  • Metalldeckung (Stehfalzblech oder Metallziegel/-schindeln): höhere Materialkosten als Bitumenschindeln, aber eine deutlich längere Lebensdauer (40 Jahre und mehr sind bei Stehfalzsystemen üblich), und pro m² leichter als die meisten Dachziegel.
  • Ton- oder Betondachziegel: die vorherrschende Wohnhaus-Dacheindeckung in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas; pro m² schwerer (die Dachkonstruktion muss auf diese Last ausgelegt sein) und in der Regel die höchsten Materialkosten der vier Varianten, dafür aber auch die längste Lebensdauer, üblicherweise 50 Jahre und mehr.
  • Membran (EPDM, TPO, Bitumenbahnen): fast ausschließlich auf Flachdächern oder sehr flach geneigten Dächern eingesetzt, wo Ziegel oder Schindeln nicht zuverlässig verlegt werden können; mittlere Kosten, wird nach Fläche und nicht nach Stückzahl kalkuliert.
  • Verschnittzuschlag: Hersteller und Dachdecker-Fachverbände empfehlen üblicherweise 10–15 % Verschnitt bei einfachen Satteldächern, steigend auf 15–20 % bei Dächern mit mehreren Graten, Kehlen oder Gauben.

Dacheindeckung in der Schweiz

Ton- und Betondachziegel sind in der Schweiz das vorherrschende Dachmaterial für Wohnhäuser, insbesondere im Mittelland, während Metalldeckung in alpinen Regionen wegen des geringeren Gewichts bei hoher Schneelast häufiger gewählt wird. Die Baukosten in der Schweiz liegen generell über dem europäischen Durchschnitt.

Profi-Tipps und häufige Fehler

Dieser Rechner bildet ein einfaches Sattel- oder Pultdach ab. Wenn Ihr Dach Grate, Kehlen, Gauben oder mehr als zwei Dachflächen hat, ist die tatsächliche Fläche größer als das Ergebnis aus Grundfläche mal Neigungsfaktor — erhöhen Sie den Verschnittzuschlag in Richtung des oberen Bereichs (15–20 %), oder messen Sie jede Dachfläche einzeln und addieren Sie die Ergebnisse.

Rechnen Sie den Dachüberstand (den Teil des Dachs, der über die Außenwandflucht hinausragt) immer zu Ihren Grundflächenmaßen hinzu, bevor Sie rechnen — ein Dach, das nur genau die Grundfläche der Wände abdeckt, lässt keinen Platz für Traufkante oder Dachrinne. Ein typischer Wohnhaus-Überstand beträgt 300–600 mm pro Seite.

Steilere Dächer verteuern nicht nur das Material — auch die Arbeitskosten steigen meist, da Arbeiten oberhalb von etwa 6-zu-12- bis 8-zu-12-Neigung zusätzliche Absturzsicherungsmaßnahmen erfordern und die Montage verlangsamen, was die Arbeitskosten pro m² über den Wert hebt, den dieser Rechner für flachere Dächer annimmt.

Häufiger Fehler: Nur die Grundfläche des Hauses ab der Außenwandflucht zu messen und dabei zu vergessen, dass das Dach nach Anwendung der Neigung immer größer ist als diese Grundfläche — genau diese Differenz gleicht der Neigungsfaktor dieses Rechners aus. Prüfen Sie beim Materialbestellen daher immer, dass Sie die geneigte Dachfläche (nicht die Grundfläche) ablesen.

Häufiger Fehler: Einen einzigen durchschnittlichen Kostenwert unabhängig vom Material zu verwenden — Bitumenschindeln, Metalldeckung, Dachziegel und Membran haben deutlich unterschiedliche Materialkosten pro m², und eine Verwechslung kann ein Budget um 50 % oder mehr verfälschen.

Bei einem Preis von rund 50 CHF/m² (Material und Arbeit) würden die geschätzten Kosten für das Rechenbeispiel oben (rund 98,4 m² Gesamtfläche) etwa 4.920 CHF betragen.