Epoxidharz berechnen
Berechnen Sie, wie viel Epoxidharz Sie für eine rechteckige oder runde Fläche und Schichtdicke benötigen.
This thickness exceeds the standard single-pour depth limit (~6mm) — consider multiple flood coats.
Wie Viel Epoxidharz Brauche Ich?
Epoxidharz verzeiht keine Fehler wie Farbe: Wird das Material während des Gießens knapp, kann man nicht einfach nachkaufen und weitermachen, denn die angerührte Charge beginnt bereits auszuhärten. Wer die richtige Menge vorher berechnet, vermeidet eine sichtbare "Fließlinie" dort, wo ein alter Guss auf einen neuen trifft. Dieser Rechner ermittelt aus drei Angaben — Länge und Breite der Fläche (oder Durchmesser bei einer runden Fläche) sowie der Schichtdicke — das benötigte Volumen an gemischtem Epoxidharz und teilt es exakt nach Ihrem Mischungsverhältnis in Harz- und Härteranteil auf.
Dieselbe Formel deckt zwei sehr unterschiedliche Anwendungen ab. Eine Garagen-, Keller- oder Werkstattboden-Beschichtung ist meist eine dünne Schicht, oft deutlich unter einem Millimeter bis wenige Millimeter, aufgerollt oder abgezogen über eine große Fläche. Ein Bartresen, River-Table oder Tischplattenguss ist dagegen meist ein deutlich dickerer Einzelguss — manchmal einen Zentimeter oder mehr — über einer kleineren Fläche. Beides ist einfach Fläche mal Schichtdicke; der Rechner beherrscht beide Formen (rechteckig oder rund) und jede eingegebene Dicke, und weist Sie darauf hin, wenn Ihre Dicke die übliche Grenze für einen Einzelguss überschreitet, sodass Sie mehrere dünnere "Flutschichten" statt eines tiefen Gusses planen sollten.
So Nutzen Sie den Epoxidharz-Rechner
- Wählen Sie die Form Ihrer Fläche: rechteckig (für Boden, Tischplatte oder Arbeitsplatte) oder rund (für einen runden Tisch oder eine Scheibenform).
- Geben Sie die geplante Schichtdicke in Metern ein — für eine dünne Bodenbeschichtung sind das oft 0,001-0,002 m (1-2 mm), für einen Tischplattenguss eher 0,006-0,02 m (6-20 mm).
- Bei rechteckigen Flächen geben Sie Länge und Breite ein, bei runden Flächen den Durchmesser.
- Wählen Sie ein Mischungsverhältnis Harz:Härter (1:1, 2:1, 3:1 oder 4:1) passend zu Ihrem Produkt — prüfen Sie dazu unbedingt das Datenblatt des Herstellers, da ein falsches Verhältnis das Harz weich, klebrig oder gar nicht aushärten lässt.
- Setzen Sie eine Verschnittreserve für Mischbecher-Reste, Rollen-/Pinselverluste und Verschüttetes an — 10 % sind ein sinnvoller Standardwert, bei Erstanwendern eher mehr.
- Lesen Sie Flächengröße, Gesamtvolumen an gemischtem Epoxidharz sowie die getrennten Harz- und Härtermengen zum Abmessen ab, dazu die geschätzten Kosten.
- Meldet der Rechner, dass Ihre Schichtdicke die Grenze für einen Einzelguss überschreitet, planen Sie statt eines tiefen Gusses mehrere Flutschichten — Details dazu in den Tipps unten.
Die Formel Dahinter
Die Berechnung läuft in drei Schritten ab. Zuerst die Flächengröße: Länge mal Breite bei einer rechteckigen Fläche, oder Pi mal Radius² bei einer runden (der Radius ist die Hälfte des eingegebenen Durchmessers). Dann wird diese Fläche mit der Schichtdicke multipliziert, um das reine Volumen an benötigtem Epoxidharz zu erhalten. Zuletzt kommt die Verschnittreserve oben drauf, und das Gesamtvolumen wird nach dem gewählten Mischungsverhältnis in Harz und Härter aufgeteilt — bei 2:1 sind zwei Drittel des Volumens Harz und ein Drittel Härter, bei 1:1 jeweils die Hälfte.
Rechenbeispiel: ein Garagenbodenabschnitt, 4 m lang und 3 m breit, beschichtet mit 1 mm (0,001 m) Dicke, gemischt im Verhältnis 2:1 (Harz:Härter) mit 10 % Verschnittreserve.
Fläche: 4 x 3 = 12 m². Rohvolumen: 12 x 0,001 = 0,012 m³, also 12 Liter (1 m³ = 1.000 Liter). Mit 10 % Verschnitt: 12 x 1,10 = 13,2 Liter gemischtes Epoxidharz. Aufteilung nach dem Verhältnis 2:1 (2 + 1 = 3 Teile insgesamt): Harz = 13,2 x (2/3) = 8,8 Liter, Härter = 13,2 x (1/3) = 4,4 Liter.
Diese 1 mm Schichtdicke liegt weit unter der üblichen Grenze für einen Einzelguss von rund 6 mm, sodass die vollen 13,2 Liter in einer einzigen Schicht aufgetragen werden können. Bräuchte derselbe Boden stattdessen einen 10 mm dicken Dekorguss, würde der Rechner das als über der Grenze liegend melden, und Sie würden zwei oder drei dünnere Flutschichten statt eines tiefen Gusses einplanen.
Profi-Tipps und Häufige Fehler
Die Untergrundvorbereitung entscheidet mehr über das Ergebnis als die Wahl der Epoxidharz-Marke. Epoxidharz haftet auf dem, was auf der Oberfläche liegt, nicht auf dem, was darunter ist — Fett, Staub, alte Versiegelung oder in Beton eingeschlossene Feuchtigkeit zeigen sich später als Blasen, "Fischaugen" oder als Beschichtung, die binnen Monaten abplatzt. Erst ein geschliffener oder angeätzter, gründlich entfetteter und knochentrockener Untergrund entscheidet darüber, ob ein Bodenbelag Jahre hält oder schon im ersten Winter versagt.
Epoxidharz wird in Liechtenstein üblicherweise pro Liter verkauft, meist über Schweizer oder österreichische Anbieter bezogen, wobei der Preis stark von Marke und Rezeptur abhängt. Zum Beispiel benötigt eine 4 m x 3 m große Fläche bei 1 mm Schichtdicke nach 10 % Verschnittzuschlag 13,2 Liter gemischtes Epoxidharz (8,8 Liter Harz und 4,4 Liter Härter im Verhältnis 2:1) — bei CHF 81/Liter sind das rund CHF 1069,20 an Materialkosten für den gesamten Auftrag. Skalieren Sie diesen Literpreis einfach mit Ihrem eigenen, oben berechneten Volumen für ein anderes Projekt.
- Messen Sie Harz und Härter so präzise wie möglich nach Volumen (oder Gewicht, falls das Datenblatt es so vorgibt) — Epoxidharz härtet durch eine chemische Reaktion beider Komponenten aus, nicht durch Verdunsten wie Farbe, sodass ein falsches Verhältnis dauerhaft weich und klebrig bleiben kann, unabhängig von der Trockenzeit.
- Halten Sie die Grenze für einen Einzelguss ein (bei den meisten Gießharzen rund 6 mm). Epoxidharz härtet exotherm aus — es erzeugt selbst Wärme —, und ein zu tiefer Guss kann überhitzen, sich verfärben, reißen oder beim Aushärten sogar rauchen. Dicke Tischplatten- oder River-Table-Güsse werden stattdessen in mehreren dünneren "Flutschichten" aufgebaut, jede darf anziehen, bevor die nächste folgt.
- Eine zweite, dünne "Flutschicht" über einer ausgehärteten Grundschicht füllt Nadellöcher, Pinselspuren und Staubkörner für eine glasklare Oberfläche auf — planen Sie sie separat von der Hauptschicht ein.
- Aushärtezeit ist nicht gleich Überarbeitungszeit. Die meisten Epoxidharze sind nach 24 Stunden griffest, brauchen aber mehrere Tage (oft 5-7) bis zur vollständigen chemischen Aushärtung — halten Sie starken Fußverkehr und Möbel bis dahin von einer neuen Bodenbeschichtung fern.
- Kaufen Sie etwas mehr ein, als der Rechner angibt, besonders beim ersten Guss — mitten im Anmischen auf einer großen Tischplatte oder Bodenfläche knapp zu werden, ist deutlich schwerer zu retten als etwas übrig gebliebenes gemischtes Epoxidharz für Ausbesserungen zu haben.


