Angebot für Ausschreibungen Vorlage (Deutschland)

Aktualisiert am 13. August 2026

Ein Angebot für eine Ausschreibung ist die förmliche, bepreiste Antwort eines Auftragnehmers oder Anbieters auf ein konkretes Projekt oder eine Ausschreibung — anders als ein einfaches Angebot reagiert es auf einen von der ausschreibenden Stelle festgelegten Leistungsumfang und konkurriert meist mit anderen Bietern. Nutzen Sie diese Vorlage für ein Vergabeverfahren; für ein einfaches Preisangebot ohne konkurrierende Bieter nutzen Sie unsere Angebots- oder Kostenvoranschlag-Vorlagen.

Die weit verbreitete US-Vorlage ist fast vollständig generisch: ein Absatz zum Zweck, eine einzelne Preisangabe und eine vierphasige Zahlungstabelle, ohne Liste von Ausschlüssen und Annahmen, ohne Ausschreibungsreferenz, ohne Bietungsgarantie und mit einer Kündigungsklausel, die dem Kunden unabhängig von der geleisteten Arbeit den vollen Vertragspreis auferlegt. Diese Vorlage ergänzt all das und bleibt auf private, gewerbliche Angebote fokussiert — bei einer öffentlichen Ausschreibung verweist die Compliance-Checkliste auf das deutsche Vergaberecht nach GWB, VgV und UVgO.

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Angebot für Ausschreibung

Ausschreibungsreferenz:
Angebotsdatum:
Auftragnehmer:
Auftraggeber:
Projekt:

1. Leistungsumfang

bietet an, für folgende Leistungen zu erbringen: .

2. Ausschlüsse und Annahmen

Dieser Angebotspreis beruht auf folgenden Annahmen und schließt Folgendes aus: . Leistungen außerhalb dieser Beschreibung sind im Preis nicht enthalten und werden vor Ausführung gesondert bepreist und vereinbart.

3. Preisgestaltung

:
:
:
Gesamtangebotspreis:

Der oben genannte Preis versteht sich ohne Umsatzsteuer und sonstige anfallende Steuern, die bei Rechnungsstellung hinzugerechnet werden.

OptionalAusschreibung verlangt eine Bietungsgarantie

4. Zeitplan

5. Gültigkeit und Annahme

Dieses Angebot bleibt bis zur Annahme gültig; danach ist ein neues Angebot einzureichen. Dieses Angebot wird mit schriftlicher Annahme durch vor diesem Datum ein bindender Vertrag.

6. Kündigung

Kündigt das sich ergebende Projekt nach Beginn der Arbeiten aus Gründen der Zweckmäßigkeit, vergütet für tatsächlich geleistete Arbeit und angemessene, bereits entstandene Kosten, nicht den vollen oben genannten Angebotspreis.

7. Vertraulichkeit

Die Preisgestaltung in diesem Angebot ist vertraulich und darf von keiner Partei offengelegt werden, außer soweit dies zur Bewertung oder Annahme des Angebots oder gesetzlich erforderlich ist.

8. Allgemeines

Dieses Angebot unterliegt dem Recht von .

Auftragnehmer

Datum:

Auftraggeber (Annahme)

Datum:

Ausschlüsse und Annahmen sind der strittigste Teil eines Angebots

Die freie Vorlage enthält überhaupt keine Liste von Ausschlüssen und Annahmen — jede Meinungsverschiedenheit darüber, was der Preis tatsächlich umfasst, muss anhand eines nichtssagenden Zweckabsatzes geklärt werden. Diese Vorlage ergänzt einen eigenen Abschnitt für Ausschlüsse und Annahmen, weil die meisten Streitigkeiten über Angebote darauf zurückgehen, dass eine Seite etwas als eingeschlossen annahm, das nie bepreist wurde.

Eine echte Preisstruktur statt einer einzelnen Zahl

Eine einzelne Pauschalsumme mit "Zusatzleistungen separat berechnet" und ohne Preisliste gibt dem Kunden keine Grundlage, das Angebot zu bewerten. Diese Vorlage ergänzt aufgeschlüsselte Preispositionen, eine optionale Bietungsgarantie für größere öffentliche oder gewerbliche Ausschreibungen und eine klare Angabe, ob der Preis Umsatzsteuer enthält oder nicht.

Öffentliche Aufträge in Deutschland folgen einem Schwellenwertsystem

Oberhalb der EU-Schwellenwerte richten sich öffentliche Aufträge nach dem vierten Teil des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und der Vergabeverordnung (VgV); unterhalb der Schwellenwerte gilt für Liefer- und Dienstleistungen regelmäßig die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO), für Bauleistungen der erste Abschnitt der VOB/A. Ein privates gewerbliches Angebot muss diesem Rahmen nicht folgen, aber wer sich auf eine deutsche öffentliche Ausschreibung bewirbt, sollte die konkreten Vergabeunterlagen lesen statt allgemeine gewerbliche Angebotspraxis anzunehmen.

Die Klauseln erklärt

Ausschreibungsreferenz und Parteien
Die Ausschreibungsreferenz sowie Auftragnehmer und Auftraggeber (bzw. Vergabestelle).
Leistungsumfang
Was der Auftragnehmer anbietet, abgeglichen mit dem ausgeschriebenen Projekt oder der Leistungsbeschreibung.
Ausschlüsse und Annahmen
Was im Preis nicht enthalten ist und auf welchen Annahmen der Preis beruht — der Abschnitt, an dem sich die meisten Angebotsstreitigkeiten entzünden.
Preisgestaltung
Aufgeschlüsselte Preispositionen, Angabe ob der Preis Umsatzsteuer enthält, und wie Zusatzleistungen bepreist werden.
Bietungsgarantie
Eine optionale Klausel für eine Bietungsgarantie oder ähnliche Sicherheit, üblich bei größeren öffentlichen oder gewerblichen Ausschreibungen.
Zeitplan
Wesentliche Meilensteine und der phasenweise Zeitplan der vorgeschlagenen Arbeiten.
Gültigkeit und Annahme
Wie lange das Angebot gültig bleibt und wie die Annahme des Kunden mitgeteilt wird und bindend wird.
Kündigung
Vergütet den Auftragnehmer bei Kündigung aus Gründen der Zweckmäßigkeit für tatsächlich geleistete Arbeit und entstandene Kosten statt für den vollen Angebotspreis.
Vertraulichkeit und Unterschriften
Hält die Preisgestaltung zwischen den Parteien vertraulich und hält die Annahme durch Unterschriften fest.

Compliance-Checkliste (Deutschland)

Eine öffentliche Ausschreibung bringt zusätzliche Vorgaben mit sich, die diese Vorlage allein nicht erfüllt — lesen Sie stets die konkreten Vergabeunterlagen.

  • Prüfen, welches Vergaberegime gilt

    Oberhalb der EU-Schwellenwerte gelten der vierte Teil des GWB und die VgV; unterhalb der Schwellenwerte gilt für Liefer- und Dienstleistungen regelmäßig die UVgO, für Bauleistungen der erste Abschnitt der VOB/A.

    Gesetze im Internet — GWB, Teil 4
  • Anforderungen an eine Bietungsgarantie prüfen

    Viele öffentliche und größere gewerbliche Ausschreibungen verlangen eine Bietungsgarantie und nach Zuschlag eine gesonderte Vertragserfüllungsgarantie — prüfen Sie die konkreten Vergabeunterlagen vor Angebotsabgabe.

  • Umsatzsteuerliche Behandlung klar angeben

    Geben Sie eindeutig an, ob der Preis Umsatzsteuer enthält oder nicht, da dies die Vergleichbarkeit mit anderen Angeboten beeinflusst.

So verwenden Sie diese Vorlage

  1. Ausschreibungsreferenz und Parteien eintragen. Tragen Sie die Ausschreibungsreferenz sowie die Angaben von Auftragnehmer und Auftraggeber ein.
  2. Leistungsumfang, Ausschlüsse und Annahmen beschreiben. Geben Sie an, was enthalten ist, was ausgeschlossen ist, und auf welchen Annahmen der Preis beruht.
  3. Preisgestaltung und Zeitplan eintragen. Tragen Sie die aufgeschlüsselten Preispositionen, die umsatzsteuerliche Behandlung und den phasenweisen Zeitplan ein.
  4. Bietungsgarantie bei Bedarf ergänzen. Aktivieren Sie die Klausel zur Bietungsgarantie, falls die Ausschreibung dies verlangt, und tragen Sie die Angaben zum Garantiegeber ein.
  5. Gültigkeit festlegen, unterschreiben und einreichen. Legen Sie fest, wie lange das Angebot gültig bleibt, unterschreiben Sie es und reichen Sie es vor Ablauf der Ausschreibungsfrist ein.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet ein Ausschreibungsangebot von einem einfachen Kostenvoranschlag?

Ein Ausschreibungsangebot reagiert auf eine konkrete Ausschreibung oder Projektspezifikation und konkurriert meist mit anderen Bietern. Ein Kostenvoranschlag ist ein einfaches Preisangebot ohne konkurrierende Bieter — nutzen Sie dafür unsere Angebots- oder Kostenvoranschlag-Vorlage.

Gilt in Deutschland ein einheitliches Vergaberecht für alle öffentlichen Ausschreibungen?

Nicht ganz — oberhalb der EU-Schwellenwerte gelten GWB und VgV, unterhalb der Schwellenwerte regelmäßig die UVgO für Liefer- und Dienstleistungen bzw. die VOB/A für Bauleistungen. Prüfen Sie, welches Regime für die konkrete Ausschreibung gilt.

Brauche ich eine Bietungsgarantie?

Das hängt von der Ausschreibung ab — viele öffentliche und größere gewerbliche Ausschreibungen verlangen eine, private gewerbliche Angebote oft nicht. Prüfen Sie die konkreten Vergabeunterlagen.

Was gehört in den Abschnitt Ausschlüsse und Annahmen?

Alles, worauf der Preis beruht und das aus dem Leistungsumfang allein nicht ersichtlich ist — Annahmen zum Zugang, vom Kunden zu beschaffende Genehmigungen, nicht enthaltenes Material und ausdrücklich ausgeschlossene Leistungen.

Ist mein Angebot mit der Einreichung bindend?

In der Regel ja, für den in der Gültigkeitsklausel genannten Zeitraum — deshalb verlangt diese Vorlage, festzulegen, wie lange das Angebot gültig bleibt und wie die Annahme mitgeteilt wird.

Was passiert, wenn der Kunde das Projekt nach Beginn absagt?

Nach dieser Vorlage vergütet der Kunde die tatsächlich geleistete Arbeit sowie angemessene bereits entstandene Kosten, nicht den vollen Angebotspreis — anders als bei der weit verbreiteten freien Vorlage.

Sollte mein Preis Umsatzsteuer enthalten?

Geben Sie es ausdrücklich an. Diese Vorlage verlangt, klarzustellen, ob der Preis Umsatzsteuer enthält oder nicht, da dies sonst eine häufige Ursache für Streit nach Zuschlagserteilung ist.

Rechtlicher Hinweis

Diese Vorlage und Anleitung dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Öffentliches Vergaberecht bringt zusätzliche Vorgaben mit sich, die diese Vorlage allein nicht erfüllt. Prüfen Sie die konkreten Vergabeunterlagen vor Angebotsabgabe.